Zürcher Nachrichten - Klimagipfel in Belém beginnt mit etwa 50 Staatenlenkern und neuem Waldschutz-Fonds

EUR -
AED 4.331285
AFN 75.468553
ALL 95.455853
AMD 435.133136
ANG 2.110613
AOA 1082.496254
ARS 1649.279971
AUD 1.625795
AWG 2.125489
AZN 2.009303
BAM 1.960362
BBD 2.374715
BDT 144.673819
BGN 1.967008
BHD 0.445031
BIF 3508.088307
BMD 1.179189
BND 1.49518
BOB 8.147963
BRL 5.795828
BSD 1.179039
BTN 111.34021
BWP 15.830843
BYN 3.332255
BYR 23112.111202
BZD 2.371308
CAD 1.612011
CDF 2670.864298
CHF 0.915956
CLF 0.026704
CLP 1051.00014
CNY 8.019372
CNH 8.014083
COP 4422.526062
CRC 542.013173
CUC 1.179189
CUP 31.248518
CVE 110.903223
CZK 24.334582
DJF 209.565995
DKK 7.476537
DOP 69.985351
DZD 155.828741
EGP 62.195977
ERN 17.68784
ETB 185.491052
FJD 2.573586
FKP 0.866493
GBP 0.864889
GEL 3.154379
GGP 0.866493
GHS 13.313508
GIP 0.866493
GMD 86.674958
GNF 10353.282886
GTQ 9.002953
GYD 246.714182
HKD 9.235117
HNL 31.390478
HRK 7.538916
HTG 154.379289
HUF 353.981307
IDR 20491.303919
ILS 3.421187
IMP 0.866493
INR 111.36447
IQD 1544.738045
IRR 1546506.829043
ISK 143.873347
JEP 0.866493
JMD 185.842514
JOD 0.836092
JPY 184.734208
KES 152.328133
KGS 103.085327
KHR 4728.549695
KMF 492.90156
KPW 1061.212561
KRW 1723.880942
KWD 0.36279
KYD 0.982687
KZT 544.929701
LAK 25889.102525
LBP 105596.406437
LKR 379.599647
LRD 216.385693
LSL 19.344721
LTL 3.48184
LVL 0.71328
LYD 7.455688
MAD 10.783336
MDL 20.163928
MGA 4911.324039
MKD 61.694669
MMK 2475.833955
MNT 4220.203791
MOP 9.507427
MRU 47.130688
MUR 55.210091
MVR 18.224417
MWK 2044.257635
MXN 20.255648
MYR 4.623647
MZN 75.354597
NAD 19.344721
NGN 1603.190905
NIO 43.293982
NOK 10.858924
NPR 178.160636
NZD 1.976185
OMR 0.453919
PAB 1.179144
PEN 4.04993
PGK 5.129916
PHP 71.358689
PKR 328.581553
PLN 4.239717
PYG 7202.120307
QAR 4.29269
RON 5.21945
RSD 117.297547
RUB 87.543025
RWF 1722.206041
SAR 4.459737
SBD 9.456429
SCR 16.459646
SDG 708.107537
SEK 10.86706
SGD 1.494391
SHP 0.880384
SLE 29.067455
SLL 24727.006491
SOS 673.91103
SRD 44.100547
STD 24406.83871
STN 24.939855
SVC 10.317092
SYP 130.352242
SZL 19.303765
THB 37.993916
TJS 11.001504
TMT 4.127163
TND 3.379601
TOP 2.839205
TRY 53.475102
TTD 7.990886
TWD 36.927538
TZS 3063.998569
UAH 51.791223
UGX 4417.888438
USD 1.179189
UYU 47.025255
UZS 14309.46312
VES 588.693738
VND 31022.113342
VUV 139.175172
WST 3.188636
XAF 657.487181
XAG 0.014668
XAU 0.00025
XCD 3.186819
XCG 2.124956
XDR 0.82014
XOF 657.402298
XPF 119.331742
YER 281.384102
ZAR 19.315951
ZMK 10614.123377
ZMW 22.449247
ZWL 379.698489
  • TecDAX

    -16.0500

    3779.72

    -0.42%

  • SDAX

    40.3300

    18628.53

    +0.22%

  • MDAX

    -380.1700

    31181.06

    -1.22%

  • Euro STOXX 50

    -61.1200

    5911.53

    -1.03%

  • Goldpreis

    12.8000

    4723.7

    +0.27%

  • DAX

    -324.9800

    24338.63

    -1.34%

  • EUR/USD

    0.0058

    1.179

    +0.49%

Klimagipfel in Belém beginnt mit etwa 50 Staatenlenkern und neuem Waldschutz-Fonds
Klimagipfel in Belém beginnt mit etwa 50 Staatenlenkern und neuem Waldschutz-Fonds / Foto: Mauro PIMENTEL - AFP

Klimagipfel in Belém beginnt mit etwa 50 Staatenlenkern und neuem Waldschutz-Fonds

Mit einem Gipfeltreffen von etwa 50 Staats- und Regierungschefs startet Brasilien am Donnerstag in einen Marathon der Klimaverhandlungen: Die Teilnehmer trafen am Vormittag in der Amazonas-Stadt Belém ein, in der ab Montag auch die Weltklimakonferenz COP30 stattfinden wird. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will nach einer Eröffnungsrede seine Pläne für den Tropenwaldschutzfonds Tropical Forest Forever Facility (TFFF) vorstellen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bricht am Donnerstagabend nach Belém auf und hält dort am Freitag eine Rede.

Textgröße:

Der linksgerichtete brasilianische Staatschef will bei dem Gipfel für das neuartige Klimaschutz-Instrument TFFF, das den Schutz tropischer Urwälder finanziell entlohnen soll, Milliardeninvestitionen einwerben und möglichst Zusagen für einen Teil der dafür vorgesehenen 125 Milliarden Dollar erhalten.

Die meisten der für das Weltklima wichtigen tropischen Regenwälder befinden sich in ärmeren Tropenländern. Das TFFF-Kapital soll in Kapitalmärkte insbesondere in Schwellenländern gesteckt werden, um Gewinne zu erzielen, die nach Auszahlung von Renditen an die Investoren dann an tropische Länder mit geringer Waldzerstörung für jeden erhaltenen Hektar Urwald fließen sollen. Überprüft werden soll der jeweilige Walderhalt eines Landes mithilfe von Satelliten-Daten. Nur Länder mit einer niedrigen jährlichen Entwaldungsrate von unter 0,5 Prozent sollen Auszahlungen bekommen.

Lula rief im Vorfeld in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP zu Taten im Kampf gegen die Erderwärmung auf. "Genug geredet, jetzt ist es Zeit, umzusetzen, was wir vereinbart haben", sagte Lula.

"Wir hatten schon mehrere COPs, zahlreiche Entscheidungen wurden getroffen, aber viele davon wurden nicht umgesetzt", kritisierte Lula. "Wir wollen nicht, dass die COP weiter eine Messe für ideologische oder Klima-Produkte ist", fügte er hinzu. "Wir wollen, dass sie ernsthaft ist und die Dinge, die wir entscheiden, umgesetzt werden."

An die reichen Länder appellierte Lula in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Donnerstag, ihre finanziellen Verpflichtungen für den Klimaschutz zu erfüllen. "Die reichen Länder haben am meisten von der kohlenstoffbasierten Wirtschaft profitiert", schrieb er. "Sie müssen sich nun ihrer Verantwortung stellen." Um der Klimakrise gemeinsam zu begegnen, seien Ressourcen erforderlich. Deshalb fordere der Globale Süden einen besseren Zugang zu Ressourcen – "nicht als Wohltätigkeit, sondern aus Gerechtigkeit", betonte Lula.

Die eigentliche UN-Klimakonferenz in Belém (COP30) beginnt Montag. Zu den zweiwöchigen Verhandlungen werden etwa 50.000 Teilnehmer erwartet. Mit der Wahl der von Amazonas-Urwald umgebenen Stadt Belém für die Ausrichtung der Weltklimakonferenz sendet Brasilien ein entsprechendes Signal.

Die Bundesregierung will bei der Konferenz ein Signal für die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit beim Klimaschutz aussenden. Deutschland wolle "die Fahne hoch halten für den Multilateralismus", hieß es am Donnerstag aus deutschen Regierungskreisen. Die Weltgemeinschaft müsse beim Klimaschutz zusammen etwas erreichen, auch wenn die geopolitischen Rahmenbedingungen "nicht einfacher geworden" seien, hieß es unter anderem mit Blick auf den Ausstieg der USA unter Präsident Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen. Um so wichtiger sei die Reise des Kanzlers nach Belém.

Mit seiner Gipfelteilnahme am Freitag in Belém will Merz nach Angaben aus der Bundesregierung Brasilien als "demokratische Stimme" unter den BRICS-Staaten wie auch weltweit unterstützen. Dem Schwellenländer-Zusammenschluss BRICS+ gehören Staaten wie China, Russland und Indien sowie ölreiche Staaten wie Saudi-Arabien und der Iran an. Merz will in Belém nicht nur eine Rede halten, sondern auch bilaterale Gespräche mit Lula und anderen Staats- und Regierungschefs führen. Auch Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und Umweltminister Carsten Schneider (beide SPD) reisen nach Belém.

Aus den Regierungskreisen in Berlin hieß es unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage, Merz reise "jetzt nicht nach Belém, um irgendwelche Zusagen zu machen". Der Kanzler finde das TFFF-Konzept, mit marktwirtschaftlichen Mitteln Entwaldung zu verhindern, bevor sie überhaupt entsteht, "sehr interessant" und Deutschland sei dabei, die Einrichtung dieses Fonds unter dem Dach der Weltbank zu unterstützen. Der deutsche Finanzierungsbeitrag steht demnach noch nicht fest.

Die Verhandlungen in Belém werden von zahlreichen internationalen Konflikten und dem Erstarken rechtsnationaler Bewegungen überschattet, die dem Klimaschutz ablehnend gegenüberstehen. Unter diesen Voraussetzungen zeichnet sich ein zähes Ringen um die dringend notwendige Verringerung der Treibhausgas-Emissionen ab.

Einem neuen OECD-Bericht zufolge ist das Wirtschaftswachstum in Schwellenländern einer der wichtigsten Faktoren für den Anstieg der Treibhausgasemissionen. "Die Emissionen sind in den OECD-Partnerländern angestiegen, da die Zunahme der Bevölkerung und starkes wirtschaftliches Wachstum stärker wiegen als eine verbesserte Energieeffizienz", hieß es in dem am Donnerstag vorgestellten Bericht der Organisation. Zu den Partnerstaaten der OECD zählen etwa China, Indien und Saudi-Arabien, deren Emissionen immer weiter ansteigen.

Obwohl in diesen Ländern die erneuerbaren Energien ausgebaut würden, trüge die Energieproduktion "auf beunruhigende Weise" weiter zum Anstieg der Emissionen bei. "Dies spiegelt das Wiederaufleben der Energiegewinnung aus Kohle wider", heißt es in dem Bericht.

E.Leuenberger--NZN