Zürcher Nachrichten - COP30-Beschlussentwurf ohne Fahrplan zur Abkehr von Fossilen - harter Endspurt in Brasilien

EUR -
AED 4.132449
AFN 72.015538
ALL 92.309179
AMD 407.495176
ANG 2.014593
AOA 1032.9717
ARS 1711.083477
AUD 1.611793
AWG 2.028248
AZN 1.91272
BAM 1.955107
BBD 2.263729
BDT 138.130275
BGN 1.894277
BHD 0.424272
BIF 3372.911079
BMD 1.125241
BND 1.437055
BOB 13.514033
BRL 5.606404
BSD 1.123967
BTN 108.310039
BWP 15.460798
BYN 3.45283
BYR 22054.731324
BZD 2.260269
CAD 1.599329
CDF 2607.750961
CHF 0.936747
CLF 0.027739
CLP 1095.298042
CNY 7.544297
CNH 7.542696
COP 3646.603543
CRC 514.538307
CUC 1.125241
CUP 26.973445
CVE 110.329513
CZK 24.408959
DJF 199.977786
DKK 7.475637
DOP 67.907993
DZD 151.365426
EGP 58.825935
ERN 16.878621
ETB 181.186409
FJD 2.528136
FKP 0.851372
GBP 0.848231
GEL 2.920031
GGP 0.851372
GHS 13.255322
GIP 0.851372
GMD 83.267555
GNF 9845.862125
GTQ 8.584531
GYD 235.13775
HKD 8.83095
HNL 30.190345
HRK 7.533152
HTG 147.174405
HUF 365.212288
IDR 20090.903781
ILS 3.425967
IMP 0.851372
INR 108.440357
IQD 1474.066226
IRR 1949086.881064
ISK 137.211859
JEP 0.851372
JMD 178.596734
JOD 0.797808
JPY 178.224773
KES 146.045309
KGS 98.402489
KHR 4571.295991
KMF 492.855143
KPW 1012.717612
KRW 1506.59684
KWD 0.348318
KYD 0.936585
KZT 507.249613
LAK 25295.426636
LBP 100821.629112
LKR 371.558379
LRD 192.41658
LSL 18.600035
LTL 3.322546
LVL 0.680647
LYD 7.235372
MAD 11.215846
MDL 20.056252
MGA 5007.324144
MKD 61.53133
MMK 2361.958371
MNT 4048.262059
MOP 9.085184
MRU 45.189561
MUR 53.347945
MVR 17.339672
MWK 1959.045035
MXN 20.222186
MYR 4.596726
MZN 71.901511
NAD 18.712504
NGN 1489.875559
NIO 41.262918
NOK 10.750809
NPR 173.300311
NZD 2.00179
OMR 0.432659
PAB 1.123892
PEN 3.877863
PGK 5.010711
PHP 70.601588
PKR 311.691677
PLN 4.372294
PYG 6584.667445
QAR 4.10004
RON 5.34805
RSD 117.413308
RUB 95.362922
RWF 1658.605815
SAR 4.216133
SBD 9.067804
SCR 15.7529
SDG 676.827686
SEK 11.252026
SGD 1.43794
SHP 0.851166
SLE 27.737647
SLL 23595.740277
SOS 643.076932
SRD 42.365658
STD 23290.225004
STN 25.00849
SVC 9.834084
SYP 14630.388892
SZL 18.712767
THB 37.841553
TJS 10.361991
TMT 3.949597
TND 3.369533
TOP 2.709311
TRY 55.360069
TTD 7.618369
TWD 35.773659
TZS 2959.388214
UAH 50.485259
UGX 4534.695876
USD 1.125241
UYU 45.351516
UZS 13266.596361
VES 979.274521
VND 29247.274315
VUV 135.339179
WST 3.131658
XAF 655.957
XAG 0.018348
XAU 0.000270222446
XCD 3.041021
XCG 2.025572
XDR 0.795604
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 265.838116
ZAR 18.612972
ZMK 10128.509703
ZMW 22.224831
ZWL 362.32727
SSP 6437.382096
MXV 2.2861
  • EUR/USD

    -0.0009

    1.1254

    -0.08%

  • TecDAX

    28.8700

    4099.22

    +0.7%

  • DAX

    194.9800

    25449.19

    +0.77%

  • SDAX

    224.1900

    18384.81

    +1.22%

  • Goldpreis

    -1.6000

    4185.5

    -0.04%

  • Euro STOXX 50

    30.0900

    6272.23

    +0.48%

  • MDAX

    116.2900

    30543.27

    +0.38%

COP30-Beschlussentwurf ohne Fahrplan zur Abkehr von Fossilen - harter Endspurt in Brasilien
COP30-Beschlussentwurf ohne Fahrplan zur Abkehr von Fossilen - harter Endspurt in Brasilien / Foto: Pablo PORCIUNCULA - AFP

COP30-Beschlussentwurf ohne Fahrplan zur Abkehr von Fossilen - harter Endspurt in Brasilien

Bei den den teils chaotischen Verhandlungen auf der Zielgeraden der Weltklimakonferenz in Brasilien ist zunächst keine Einigung beim Streit um die fossilen Energieträger in Sicht gewesen. Die COP30-Präsidentschaft legte am Freitag am Konferenzort Belém einen neuen Beschlussentwurf vor, der weder das Wort "fossile" noch den von vielen Staaten geforderten Fahrplan für eine Abkehr von fossilen Brennstoffen enthält. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) erwartete "harte Verhandlungen". Am Vortag waren die Verhandlungen durch ein Feuer auf dem Konferenzgelände stundenlang unterbrochen worden.

Textgröße:

Schneider wies den neuen Beschlussentwurf zurück. "So kann der Text nicht bleiben", erklärte der Bundesumweltminister. Es brauche mehr konkrete Fortschritte für den Klimaschutz. "Das werden noch harte Verhandlungen", fügte er hinzu.

Paris warf Ölförderstaaten derweil vor, eine Einigung bei der Weltklimakonferenz zu blockieren. "Wer blockiert am meisten? Das wissen wir alle", sagte die französische Ministerin für ökologischen Wandel, Monique Barbut, der Nachrichtenagentur AFP. "Es sind natürlich die Ölförderländer Russland, Indien, Saudi-Arabien." Aber auch viele Schwellenländer schlössen sich den Ölförderern an, fügte sie hinzu.

Nach Angaben eines Verhandlers, der nicht namentlich genannt werden wollte, stellen sich mehrere Staaten einem Beschluss über den Fahrplan entgegen. Dabei handele es sich um China, Indien, Saudi-Arabien, Nigeria und Russland. Bei der Weltklimakonferenz müssen Beschlüsse der rund 190 Staaten im Konsens getroffen werden.

Die Europäische Union reagierte ebenfalls "enttäuscht" auf den Beschlussentwurf. "Dies reicht nicht annähernd an die Ambition heran, die wir bei der Emissionsminderung brauchen", erklärte EU-Kommissar Wopke Hoekstra gegenüber AFP. Ministerin Barbut erklärte, fossile Energien seien zu mehr als 80 Prozent für den Klimawandel verantwortlich. Diese in dem Beschlusstext nicht zu erwähnen sei daher eine "unbegreifliche Unterlassung" mitten in der Klimakrise.

Zuvor hatten rund 30 Staaten, darunter Deutschland, in einem Brief an die COP-Präsidentschaft gedroht, einem Beschluss ohne einen solchen Ausstiegsfahrplan nicht zuzustimmen. "Lassen Sie uns ehrlich sein: In seiner jetzigen Form erfüllt der Vorschlag nicht einmal die Minimalbedingungen für ein glaubwürdiges Ergebnis der COP", erklärten in dem Schreiben vom Donnerstag Staaten wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Kolumbien. "Wir können kein Ergebnis unterstützen, das keinen Fahrplan für die Umsetzung eines gerechten, geordneten und fairen Übergangs weg von fossilen Energieträgern enthält."

Kritik am neuen Beschlussentwurf kam auch von Greenpeace Deutschland. Dieser ignoriere "in einer zynischen Art und Weise die Hauptdebatte der letzten zwei Wochen", erklärte Vorstand Martin Kaiser. "Diesen Verhandlungstext kann und darf Umweltminister Carsten Schneider und die Europäische Union nicht hinnehmen", forderte er. Viviane Raddatz von WWF Deutschland äußerte sich ebenfalls enttäuscht, es sei aber "noch Zeit", ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Der Fahrplan zum Ausstieg aus den fossilen Energien war ursprünglich von Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva vorgeschlagen worden und eines der zentralen Themen der zweiwöchigen Verhandlungen bei der UN-Klimakonferenz in Belém. Am Mittwoch hatte Lula allerdings bei einem Besuch am Konferenzort gesagt, die Länder sollten den Ausstieg aus den klimaschädlichen Energien entsprechend ihrer "Möglichkeiten" vollziehen. Dies solle erfolgen, "ohne irgendjemandem etwas vorzuschreiben, ohne eine Frist festzulegen".

Uneinigkeit herrscht zwischen den Verhandlern auch bei Beschlüssen zu Handelsmaßnahmen und zur Klimafinanzierung für Entwicklungsländer. "Der Mangel an Finanzmitteln aus reicheren Ländern bleibt in diesen letzten Tagen ein Hindernis für das Erreichen mutiger und gerechter Ergebnisse", sagte die hochrangige Vertreterin der Vereinigung besorgter Wissenschaftler, Rachel Cleetus, AFP.

Die EU zeigte sich prinzipiell offen beim Thema der Klimafinanzierung. Brüssel sei bereit, "ehrgeizige Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen", erklärte EU-Kommissar Hoekstra. Jegliche Vereinbarung müsse sich jedoch "voll und ganz" an die bei der COP29 im vergangenen Jahr in Baku getroffenen Vereinbarungen halten. Dabei hatten die Industrienationen sich darauf verständigt, jährlich 300 Milliarden Dollar (267 Milliarden Euro) für den Klimaschutz bereitzustellen.

Am Donnerstagnachmittag waren die Verhandlungen in Belém durch ein Feuer auf dem Konferenzgelände unterbrochen worden, in dessen Folge alle Teilnehmer evakuiert wurden. Am Abend wurde das Gelände wieder geöffnet, die Verhandlungen im Plenum wurden aber auf Freitag verschoben. Offiziell sollen die Verhandlungen am Freitag zu Ende gehen. UN-Klimakonferenzen werden jedoch häufig verlängert.

A.Weber--NZN