Zürcher Nachrichten - Kleinster gemeinsamer Nenner: Weltklimakonferenz-Beschluss ohne Fahrplan gegen Fossile

EUR -
AED 4.289341
AFN 75.908031
ALL 93.182408
AMD 426.207206
ANG 2.090143
AOA 1070.89048
ARS 1748.452671
AUD 1.639977
AWG 2.103534
AZN 1.988522
BAM 1.968101
BBD 2.352352
BDT 142.72204
BGN 1.981049
BHD 0.440259
BIF 3487.107806
BMD 1.167819
BND 1.490818
BOB 13.495058
BRL 6.043816
BSD 1.167975
BTN 111.779249
BWP 15.774594
BYN 3.552504
BYR 22889.254189
BZD 2.348931
CAD 1.612583
CDF 2654.453173
CHF 0.931221
CLF 0.027348
CLP 1076.332252
CNY 7.85913
CNH 7.859586
COP 3565.281616
CRC 522.655508
CUC 1.167819
CUP 30.947206
CVE 110.796801
CZK 24.169533
DJF 207.545133
DKK 7.476726
DOP 68.843146
DZD 154.833407
EGP 59.150269
ERN 17.517286
ETB 187.87292
FJD 2.568381
FKP 0.862312
GBP 0.858405
GEL 3.042115
GGP 0.862312
GHS 12.968624
GIP 0.862312
GMD 85.837168
GNF 10247.612788
GTQ 8.912514
GYD 244.352016
HKD 9.156694
HNL 31.316061
HRK 7.533586
HTG 152.764809
HUF 363.779532
IDR 20769.662538
ILS 3.476656
IMP 0.862312
INR 111.490345
IQD 1530.063186
IRR 1605284.123046
ISK 142.217316
JEP 0.862312
JMD 184.553494
JOD 0.828005
JPY 184.688247
KES 151.209707
KGS 102.125535
KHR 4723.828486
KMF 492.819625
KPW 1051.037525
KRW 1620.524078
KWD 0.35998
KYD 0.973283
KZT 539.490368
LAK 26306.293248
LBP 104578.199794
LKR 386.535923
LRD 211.550359
LSL 18.975897
LTL 3.448267
LVL 0.706402
LYD 7.433364
MAD 10.829447
MDL 20.141891
MGA 5033.351653
MKD 61.59959
MMK 2451.539506
MNT 4200.82148
MOP 9.432735
MRU 46.728059
MUR 54.863914
MVR 18.05429
MWK 2025.214622
MXN 19.796896
MYR 4.739711
MZN 74.629522
NAD 18.975897
NGN 1577.39648
NIO 42.977699
NOK 10.899374
NPR 178.850852
NZD 1.969001
OMR 0.449041
PAB 1.167975
PEN 3.932998
PGK 5.173267
PHP 72.078994
PKR 324.138829
PLN 4.31807
PYG 7025.913293
QAR 4.258114
RON 5.247708
RSD 117.315615
RUB 98.060201
RWF 1720.956304
SAR 4.386561
SBD 9.372696
SCR 16.141365
SDG 702.441942
SEK 11.004237
SGD 1.485119
SHP 0.865197
SLE 28.786259
SLL 24488.581531
SOS 667.463199
SRD 44.075862
STD 24171.497371
STN 24.653562
SVC 10.219744
SYP 15183.983715
SZL 18.981394
THB 38.397895
TJS 10.77421
TMT 4.087367
TND 3.413535
TOP 2.811828
TRY 55.98877
TTD 7.922347
TWD 37.205546
TZS 3091.93652
UAH 52.220417
UGX 4356.133408
USD 1.167819
UYU 46.812588
UZS 13782.141
VES 901.062176
VND 30574.087718
VUV 138.054301
WST 3.171677
XAF 660.082642
XAG 0.017429
XAU 0.000258
XCD 3.15609
XCG 2.104929
XDR 0.825709
XOF 660.07411
XPF 119.331742
YER 276.890389
ZAR 18.805037
ZMK 10511.77837
ZMW 21.869219
ZWL 376.037271
  • Euro STOXX 50

    -23.7100

    6444.46

    -0.37%

  • SDAX

    108.4500

    18534.04

    +0.59%

  • DAX

    -37.0300

    26091.33

    -0.14%

  • MDAX

    -17.3600

    31822.47

    -0.05%

  • TecDAX

    7.2000

    4059.16

    +0.18%

  • Goldpreis

    30.4000

    4575.7

    +0.66%

  • EUR/USD

    0.0104

    1.1681

    +0.89%

Kleinster gemeinsamer Nenner: Weltklimakonferenz-Beschluss ohne Fahrplan gegen Fossile
Kleinster gemeinsamer Nenner: Weltklimakonferenz-Beschluss ohne Fahrplan gegen Fossile / Foto: Pablo PORCIUNCULA - AFP/Archiv

Kleinster gemeinsamer Nenner: Weltklimakonferenz-Beschluss ohne Fahrplan gegen Fossile

Nach schwierigen Verhandlungen ist bei der Weltklimakonferenz in Belém beim Thema Abkehr von den fossilen Energien nur ein Minimalkonsens gelungen. Der am Samstag vom Konferenzplenum abgesegnete übergreifende Beschluss enthält keinen Fahrplan dazu, die brasilianische COP30-Präsidentschaft kündigte aber eine solche "Roadmap" auf freiwilliger Basis an. Die EU hatte bis zuletzt für den Fahrplan gekämpft, aber von Entwicklungs- und Schwellenländern nicht die notwendige Unterstützung bekommen.

Textgröße:

Nach einer weiteren Verhandlungsnacht und rund 20 Stunden nach dem eigentlich geplanten Ende der COP30 nahm das Konferenzplenum den übergreifenden Beschluss an. In dem achtseitigen Text ist das Wort "fossile" überhaupt nicht enthalten. Er verweist jedoch auf einen Aufruf bei der vorletzten COP in Dubai zu einem "Übergang weg von fossilen Energieträgern in den Energiesystemen".

Deutschland und die EU hatten bis zuletzt für den Fahrplan gekämpft. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte, er sei "ein bisschen enttäuscht". Der nun vorliegende Beschluss sei jedoch "in keiner Weise ein Rückschritt, sondern ein Zwischenschritt".

Germanwatch-Klima-Experte Petter Lyden kritisierte, die COP30 habe "nicht den notwendigen Schub" erzeugt. "Angesichts der bereits dramatischen Auswirkungen der Klimakrise haben die Staaten hier eine große Chance verspielt", hieß es vom WWF Deutschland.

COP30-Präsident André Corrêa do Lago ging auf die Enttäuschung ein. "Wir wissen, dass manche unter Ihnen größere Ambitionen hatten", sagte er und kündigte kurz nach dem übergreifenden Konferenzbeschluss eine "Roadmap" auf freiwilliger Basis sowohl für den Ausstieg aus den Fossilen als auch für den Waldschutz an.

Beschlüsse der UN-Klimakonferenz müssen im Konsens gefasst werden. Gegen eine Verankerung des Fahrplans zur Abkehr von Kohle, Öl und Gas hatten sich insbesondere Ölstaaten wie Saudi-Arabien gestellt, China wollte ebenfalls nicht mitziehen. Laut Schneider fehlte es aber auch an Unterstützung von afrikanischen und Inselstaaten: Er hätte erwartet, dass diese besonders stark von der Erderwärmung betroffenen Länder "eine lautere Stimme auch für das Thema Klimaschutz" seien.

Beim ebenfalls schwierigen Verhandlungsthema Klimafinanzierung hatten die Entwicklungsländer mit ihrer Forderung nach mehr Mitteln für ihre Anpassung an die Folgen der Erderwärmung Erfolg. Die Hilfen sollen bis 2035 mindestens verdreifacht werden, Zielmarke ist damit jährlich 120 Milliarden Dollar (104 Milliarden Euro). Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig erklärte, dies sei "ein Lichtblick, wenn auch kein besonders heller, im ansonsten eher dürftig-durchwachsenen Ergebnis der Konferenz".

Beim Knackpunkt einseitige Handelsmaßnahmen soll erstmals ein Dialog unter Einbeziehung von Organisationen wie der Welthandelsorganisation WTO gestartet werden. Dies geht auf Vorwürfe von China sowie anderen Schwellen- und Entwicklungsländern zurück, dass sich einige klimapolitische Handelsmaßnahmen der EU wie etwa der Grenzausgleichsmechanismus CBAM, eine Art CO2-Abgabe auf klimaschädlich produzierte Güter, unverhältnismäßig negativ auf sie auswirken

Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva sagte beim G20-Gipfel in Johannesburg zu der Einigung in Belém: "Der Multilateralismus hat gesiegt."

Den Fortbestand der multilateralen Zusammenarbeit wollte Brasilien in Belém unter Beweis stellen, nachdem die USA unter Präsident Donald Trump sich erneut vom Pariser Klimaabkommen abgewendet und auch keine Delegation zur COP30 geschickt haben. Allerdings wurden in Belém traditionelle Konfliktlinien wieder offenbar, sowohl zwischen den Industrieländern einerseits und einigen Schwellen- und Entwicklungsländern andererseits sowie zwischen den großen Ölstaaten und Ländern, die im Klimaschutz vorankommen wollen.

Die Amazonas-Stadt Belém hatte Brasilien für die zweiwöchige Konferenz gewählt, um auf die Bedeutung der Regenwälder für das Klima aufmerksam zu machen. Schon auf dem Klimagipfel vor der COP30 gab Lula den Startschuss für den globalen Waldschutzfonds TFFF, der Tropenländer, die ihre Urwälder erhalten, finanziell belohnen soll. In der zweiten Konferenzwoche sagte auch Deutschland eine Milliarde Euro für das innovative Klimaschutzinstrument zu.

Nach den Weltklimakonferenzen in autoritären Staaten in den vergangenen Jahren wurde bei der COP30 der Zivilgesellschaft wieder Raum gegeben. Zur Halbzeit fand in Belém eine Klima-Demonstration mit zehntausenden Teilnehmern statt.

Die COP30 war allerdings auch von einigen Zwischenfällen und Kontroversen geprägt. Demonstrierende Indigene stürmten an einem Tag den Eingangsbereich und gerieten mit Sicherheitskräften aneinander, an einem anderen Tag blockierten Indigene zwei Stunden lang friedlich den Haupteingang der COP30.

Am Donnerstagnachmittag brach inmitten der entscheidenden Verhandlungsphase ein Feuer nahe des Eingangsbereichs aus, so dass das gesamte Konferenzgelände geräumt werden musste und die Verhandlungen unterbrochen wurden. Zuvor hatte es bereits logistische Probleme wie eindringendes Wasser und überforderte Klimaanlagen gegeben.

Für Gesprächsstoff sorgte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin, der sich in Berlin abfällig über Belém äußerte und damit bei brasilianischen Medien und Politikern, aber auch bei COP-Teilnehmern Empörung auslöste.

Eine weitere Kontroverse in Belém war der Streit zwischen Australien und der Türkei, wer die nächste Weltklimakonferenz austragen darf. Der Kompromiss sieht nun vor, dass sie vom 9. bis 20. November im türkischen Badeort Antalya stattfindet - die COP31-Präsidentschaft liegt bei der Türkei, Australien bekommt den Vize-Vorsitz und zu dem den Vorsitz der Verhandlungen.

U.Ammann--NZN