Zürcher Nachrichten - Für die KI: Bitkom fordert bessere Bedingungen für Ausbau von Rechenzentren

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Für die KI: Bitkom fordert bessere Bedingungen für Ausbau von Rechenzentren
Für die KI: Bitkom fordert bessere Bedingungen für Ausbau von Rechenzentren / Foto: DAMIEN MEYER - AFP

Für die KI: Bitkom fordert bessere Bedingungen für Ausbau von Rechenzentren

Der Digitalverband Bitkom fordert bessere Rahmenbedingungen hierzulande für den Ausbau der Rechenleistung: "Deutschland muss sicherstellen, dass wir über ausreichend leistungsfähige Rechenzentren verfügen", erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Montag. Denn: "Ohne Rechenzentren keine Künstliche Intelligenz (KI)", die zum "entscheidenden Faktor für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und unserer Verwaltung" werde.

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Aktuell sind laut einer Bitkom-Studie in Deutschland 2000 Rechenzentren installiert, darunter 100 größere Anlagen. Ihre Leistung ist 2025 um neun Prozent auf knapp 3000 Megawatt gewachsen. 2030 soll die Marke von 5000 Megawatt überschritten werden.

Im internationalen Vergleich verläuft die Entwicklung in Deutschland demnach aber nur stockend. "Anders als in den USA oder China existieren hierzulande noch keine Mega-Rechenzentren, die ausschließlich für KI-Anwendungen betrieben werden", erläuterte Rohleder. Die leistungsstarken IT-Systeme in deutschen Rechenzentren seien im Vergleich zu Datacentern im Ausland deutlich kleiner. Die USA etwa verfügten 2024 bereits über zehnmal so viele Rechenzentrumskapaziäten, wie sie in Deutschland bis 2030 geplant sind.

Der Bitkom-Hauptgeschäftsführer forderte daher: Beim Thema Rechenleistung müssten Bund und Länder "all in" gehen und die Investitionshürden radikal senken. "Hier entscheidet sich, ob Deutschland zur Datenkolonie wird oder auch im digitalen Zeitalter ein souveränes Land bleibt." Die Rechenzentrumsbetreiber bräuchten verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie vor allem eine stabile Versorgung mit günstigem Strom.

Laut Bitkom-Studie wird der Strombedarf der Rechenzentren in Deutschland bei 21,3 Milliarden Kilowattstunden liegen. Rund zwei Drittel des Strombedarfs entfallen dabei auf die IT-Infrastruktur der Rechenzentren, also Server, Speicher und Netzwerktechnik. Das übrige Drittel entfällt auf die Gebäudeinfrastruktur, die Kühlung oder die Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung.

Die Verfügbarkeit von Rechenleistungen ist der Studie zufolge in den 16 Bundesländern höchst unterschiedlich verteilt. Das bei weitem größte Rechenzentrums-Cluster befindet sich in Hessen im Großraum Frankfurt und steht mit gut 1100 Megawatt für mehr als ein Drittel aller Kapazitäten in Deutschland. Es folgen mit Abstand Bayern und Nordrhein-Westfalen, dahinter liegen Baden-Württemberg und Berlin.

"Rechenzentren sind ein wichtiger Standortfaktor für die Entwicklung einer Region", betonte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder. Länder und Kommunen sollten Rechenzentren gezielt in ihre Regionalstrategien einbeziehen und geeignete Flächen ausweisen, forderte er. "Rechenzentren ziehen technologieorientierte Unternehmen an und stärken die regionale Wertschöpfung. Wer heute Raum für Rechenzentren schafft, legt die Basis für das digitale Ökosystem von morgen."

S.Scheidegger--NZN