Zürcher Nachrichten - Zweite Runde der Ukraine-Gespräche verschoben - Erneut massive russische Angriffe

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Zweite Runde der Ukraine-Gespräche verschoben - Erneut massive russische Angriffe
Zweite Runde der Ukraine-Gespräche verschoben - Erneut massive russische Angriffe / Foto: Petras Malukas - AFP

Zweite Runde der Ukraine-Gespräche verschoben - Erneut massive russische Angriffe

Die eigentlich für diesen Sonntag in Abu Dhabi geplante Fortsetzung der direkten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kurzfristig um mehrere Tage verschoben worden. Die Verhandlungen sollen nun am Mittwoch und Donnerstag stattfinden, wie Selenskyj ohne Angaben von Gründen der Verschiebung am Sonntag mitteilte. Russland griff die Ukraine am Wochenende erneut massiv aus der Luft an.

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Selenskyj schrieb im Onlinedienst X zu den direkten Gesprächen zwischen der Ukraine, Russland und den USA über ein Ende des russischen Angriffskriegs: "Die Termine für die nächsten trilateralen Treffen wurden festgesetzt: 4. und 5. Februar in Abu Dhabi." Die Ukraine sei "bereit für eine substanzielle Diskussion". Er hoffe, dass das Ergebnis der Gespräche "uns einem echten und würdigen Ende des Krieges näher bringt". Aus den USA und Russland wurden die neuen Termine zunächst nicht bestätigt.

Unterhändler Moskaus und Kiews hatten unter Beteiligung von US-Gesandten am vergangenen Wochenende in Abu Dhabi erstmals direkt miteinander über einen von den USA vorgelegten Plan für ein Kriegsende gesprochen.

An diesem Samstag traf dann der russische Chefunterhändler Kirill Dmitriev im US-Bundesstaat Florida den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Präsidentenberater Jared Kushner. Beide Seiten sprachen im Anschluss von "konstruktiven" Unterredungen.

In den bisherigen Gesprächen wurde nach Angaben aus Verhandlungskreisen in mehreren Punkten Einigkeit erzielt - aber nicht im Hauptstreitpunkt: Russland fordert einen Rückzug der ukrainischen Truppen aus der Region Donezk, was von Kiew entschieden abgelehnt wird. Die Region Donezk gehört zur Ukraine, ist aber teilweise von russischen Truppen besetzt.

Russland setzte seine massiven Angriffe auf die Ukraine am Wochenende fort. In der zentralukrainischen Stadt Dnipro wurden nach Angaben der örtlichen Militärverwaltung mindestens zwei Menschen "infolge feindlicher Drohnenangriffe" getötet. Durch die Angriffe seien ein Gebäude in Brand geraten sowie zwei weitere Wohnhäuser und ein Auto beschädigt worden.

Im südukrainischen Saporischschja wurden bei einem russischen Angriff eine Entbindungsklinik getroffen und mindestens sechs Menschen verletzt, wie Regionalgouverneur Iwan Fedorow mitteilte. Auf von ihm veröffentlichten Bildern waren durch die Wucht einer Explosion zerstörte Behandlungszimmer zu sehen. Zwei der bei dem Angriff verletzten Frauen unterzogen sich den Angaben zufolge zum Zeitpunkt des Angriffs einer Untersuchung.

Auch auf die südliche Region Cherson flog die russische Armee einen Angriff, Behördenangaben zufolge wurde dabei eine 59-jährige Frau schwer verletzt. Am Freitag hatte der Kreml bekanntgegeben, dass Präsident Wladimir Putin auf Bitte seines US-Kollegen Donald Trump zugestimmt habe, die Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew bis diesen Sonntag einzustellen.

Nach Angaben Selenskyjs vom Sonntag hat Russland im Januar mehr als 6000 Drohnen, 5500 Luftbomben und 158 Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Dabei seien vor allem Bestandteile der ukrainischen Energieinfrastruktur beschossen worden.

"Wir registrieren russische Versuche, die Logistik und die Verbindungen zwischen Städten und Gemeinden zu zerstören", erklärte der ukrainische Staatschef. Zugleich forderte er Kiews Verbündete dazu auf, die Ukraine verstärkt mit F-16-Kampfflugzeugen und Luftabwehrsystemen zu unterstützen.

Am Samstag war es in der Ukraine und im Nachbarland Moldau zu massiven Stromausfällen gekommen. Nach Angaben der Regierung in Kiew war dafür eine "technische Störung" verantwortlich, die an den Hauptstromleitungen zwischen Rumänien, Moldau und der Ukraine aufgetreten sei. In der Folge stand erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp vier Jahren die U-Bahn in Kiew komplett still, auch die Wasserversorgung war zeitweise unterbrochen. Erst am Abend war die Stromversorgung in der Hauptstadt wiederhergestellt.

Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videoansprache, die Ursache der Stromausfälle werde "eingehend untersucht". Bisher gebe es "keine Hinweise auf externe Eingriffe oder Cyberangriffe". Möglicherweise seien Stromleitungen eingefroren gewesen, was zu den automatischen Stromabschaltungen geführt habe.

In Moldau war unter anderem ein Großteil der Hauptstadt Chisinau zeitweise ohne Strom, wie Bürgermeister Ion Ceban mitteilte. Am Samstagnachmittag war dem Energieministerium zufolge die Stromversorgung im Land weitestgehend wieder hergestellt.

L.Rossi--NZN