Zürcher Nachrichten - Streiks im öffentlichen Nahverkehr haben begonnen

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Streiks im öffentlichen Nahverkehr haben begonnen
Streiks im öffentlichen Nahverkehr haben begonnen / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Streiks im öffentlichen Nahverkehr haben begonnen

Auf den Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hin haben am Montag bundesweit Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr begonnen. Beschäftigte legten mit Beginn der Frühschicht die Arbeit nieder, wie ein Verdi-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. In allen Bundesländern außer in Niedersachsen bleiben Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen von kommunalen Verkehrsbetrieben vielerorts im Depot. Der Streik soll den ganzen Tag dauern.

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Damit will die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber machen.

"Wenn wir nicht für bessere Arbeitsbedingungen streiken, werden die Jobs so unattraktiv bleiben, wie wir das in den letzten Jahren erlebt haben", sagte Andreas Schackert, der bei Verdi für den Bereich Busse und Bahnen zuständig ist, im ZDF-"Morgenmagazin". Wenn nicht genügend Menschen dazu bereit seien, den ÖPNV zu gewährleisten, "dann gibt es auch keinen".

In den seit November laufenden Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

Nur in Niedersachsen gilt nach Verdi-Angaben aktuell noch die Friedenspflicht für die etwa 5000 Beschäftigten. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Die Arbeitgeber kritisieren die Streiks als unverhältnismäßig.

Gerade die Belastung durch Schichtarbeit mache den Fahrdienst unattraktiv, sagte Verdi-Vertreter Schackert. Das sei der Grund, warum es nach der Gastronomie einer der unattraktivsten Tätigkeitsbereiche sei. "Wenn wir die Belastung nicht attraktiver machen und die Jobs, dann werden wir auf Dauer die Menschen, die wir da jetzt suchen und finden, auch nicht halten können."

In Berlin fahren trotz des Warnstreiks einige Straßenbahnen - Fahrgäste werden die Bahnen allerdings nicht befördern, die Türen bleiben zu. Grund für die Fahrten sind die Oberleitungen in der Hauptstadt, die zuvor in tagelanger Arbeit vom Eis befreit worden waren.

A.Weber--NZN