Zürcher Nachrichten - Tod eines Zugbegleiters: Debatte über Konsequenzen

EUR -
AED 4.289411
AFN 74.737728
ALL 96.294773
AMD 439.456876
AOA 1070.848862
ARS 1619.703104
AUD 1.655162
AWG 2.101994
AZN 1.986649
BAM 1.952497
BBD 2.350523
BDT 143.420614
BHD 0.44086
BIF 3468.873932
BMD 1.167774
BND 1.487739
BOB 8.063909
BRL 5.955303
BSD 1.166976
BTN 107.739658
BWP 15.65764
BYN 3.406335
BYR 22888.37875
BZD 2.347119
CAD 1.616264
CDF 2687.049065
CHF 0.923003
CLF 0.02664
CLP 1048.486406
CNY 7.976012
CNH 7.975194
COP 4259.737485
CRC 542.85838
CUC 1.167774
CUP 30.946022
CVE 110.763018
CZK 24.378808
DJF 207.53671
DKK 7.472916
DOP 70.825812
DZD 154.620357
EGP 62.187372
ERN 17.516616
ETB 181.7349
FJD 2.58481
FKP 0.88194
GBP 0.869974
GEL 3.135442
GGP 0.88194
GHS 12.862987
GIP 0.88194
GMD 85.247597
GNF 10253.059177
GTQ 8.927896
GYD 244.15754
HKD 9.146592
HNL 31.085712
HRK 7.5374
HTG 152.993968
HUF 375.877973
IDR 19857.128284
ILS 3.606508
IMP 0.88194
INR 107.850449
IQD 1529.784498
IRR 1535623.370134
ISK 143.823111
JEP 0.88194
JMD 183.709211
JOD 0.827988
JPY 184.959089
KES 151.103577
KGS 102.122272
KHR 4687.446775
KMF 495.717702
KPW 1050.984017
KRW 1726.12185
KWD 0.360994
KYD 0.972501
KZT 557.959353
LAK 25647.244146
LBP 104574.19987
LKR 367.857679
LRD 215.106845
LSL 19.402607
LTL 3.448134
LVL 0.706375
LYD 7.409571
MAD 10.866117
MDL 20.095884
MGA 4831.666214
MKD 61.5991
MMK 2452.333787
MNT 4170.802677
MOP 9.415288
MRU 46.829335
MUR 54.616896
MVR 18.053463
MWK 2028.423884
MXN 20.340528
MYR 4.643046
MZN 74.690485
NAD 19.396957
NGN 1609.157634
NIO 42.892523
NOK 11.160467
NPR 172.3862
NZD 2.002512
OMR 0.449013
PAB 1.166966
PEN 3.974812
PGK 5.032962
PHP 69.554939
PKR 325.80962
PLN 4.245374
PYG 7570.19318
QAR 4.257705
RON 5.094296
RSD 117.377689
RUB 91.727879
RWF 1705.534549
SAR 4.382049
SBD 9.398844
SCR 16.486286
SDG 701.832859
SEK 10.849874
SGD 1.486974
SLE 28.785696
SOS 667.385613
SRD 43.854616
STD 24170.572891
STN 25.037084
SVC 10.211724
SYP 129.09671
SZL 19.40257
THB 37.388707
TJS 11.092412
TMT 4.08721
TND 3.377198
TRY 51.988969
TTD 7.91527
TWD 37.055788
TZS 3021.594599
UAH 50.573725
UGX 4317.492567
USD 1.167774
UYU 47.409795
UZS 14281.880908
VES 554.011926
VND 30750.420073
VUV 139.456717
WST 3.235801
XAF 654.812777
XAG 0.015499
XAU 0.000246
XCD 3.155969
XCG 2.103279
XDR 0.816247
XOF 711.17427
XPF 119.331742
YER 278.601803
ZAR 19.105198
ZMK 10511.366094
ZMW 22.319095
ZWL 376.022889
  • MDAX

    1561.6200

    30295.08

    +5.15%

  • Goldpreis

    60.3000

    4745

    +1.27%

  • Euro STOXX 50

    280.1500

    5913.37

    +4.74%

  • DAX

    1159.0400

    24080.63

    +4.81%

  • SDAX

    701.2300

    17234.96

    +4.07%

  • TecDAX

    169.9700

    3595.67

    +4.73%

  • EUR/USD

    0.0061

    1.1667

    +0.52%

Tod eines Zugbegleiters: Debatte über Konsequenzen
Tod eines Zugbegleiters: Debatte über Konsequenzen / Foto: ARMANDO BABANI - AFP/Archiv

Tod eines Zugbegleiters: Debatte über Konsequenzen

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters bei einer Fahrkartenkontrolle in Rheinland-Pfalz ist eine Debatte über die Konsequenzen aus dem Fall voll entbrannt. Vertreter von Gewerkschaften und Bahnbetriebsrat forderten eine Doppelbesetzung und bessere Schutzausrüstung für das Zugpersonal, etwa in Form von Bodycams und Notfallknöpfen. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte einen Sicherheitsgipfel an, zu dem sie "in den nächsten Tagen" einladen werde.

Textgröße:

Alle Entscheidungsträger, die für die Sicherheit verantwortlich seien, müssten an einen Tisch geholt werden. An dem Treffen sollen Palla zufolge Vertreter der Länder, Bundespolitik, des Bundesverkehrsministeriums, von Gewerkschaften, Bundespolizei und aus der Bahnbranche teilnehmen. Es handele sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem. "Denn das Aggressivitätslevel und auch die Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft, insbesondere im öffentlichen Raum, hat sich in letzten Jahren deutlich erhöht", sagte Palla in Berlin.

Der Chef des Gesamtbetriebsrats der DB Regio Schiene und Bus, Ralf Damde, forderte neue Sicherheitskonzepte und eine stärkere Zusammenarbeit mit der Bundespolizei. "Wir brauchen Doppelbesetzung, wir brauchen eine Bodycam, die auch Tonaufzeichnungen wiedergibt", sagte Damde im Westdeutschen Rundfunk.

Damde kritisierte zudem die Bahnbetreiber. Bei Ausschreibungen in der Vergangenheit habe "je billiger, desto besser" gegolten. Das führe dazu, dass Züge nicht mehr von ausreichend Personal begleitet würden.

Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, dringt ebenfalls auf eine Doppelbesetzung in Zügen. "Dann wäre das vielleicht verhinderbar gewesen", sagte er am Donnerstag im Radiosender Bayern2. 82 Prozent der Bahn-Mitarbeiter hätten bereits einen verbalen oder körperlichen Angriff erlebt. "Das sind schockierende Zahlen." Auch Burkert plädierte für Bodycams oder einen Notrufknopf an der Uhr.

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Dürr brachte eine Ausstattung des Zugpersonals mit Tasern ins Spiel. "Darüber muss man auch nachdenken", sagte er in der RTL/n-tv-Sendung "Frühstart".

Ein 36-jähriger Zugbegleiter war am Montag in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz von einem Schwarzfahrer lebensbedrohlich verletzt worden. Er hatte den Reisenden kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen. Daraufhin soll der 26-Jährige dem Zugbegleiter mehrere heftige Faustschläge versetzt haben. Der Bahn-Mitarbeiter, laut Bahn ein alleinerziehender Vater zweier Kinder, starb laut Staatsanwaltschaft an einer Hirnblutung infolge stumpfer Gewalt gegen den Kopf.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Totschlags, der Verdächtige befindet sich in Untersuchungshaft. Der Beschuldigte habe sich bislang nicht zur Sache eingelassen, hieß es von der Ermittlungsbehörde. Hintergrund der Tat und Motivlage des Beschuldigten seien Gegenstand der Ermittlungen.

Die Länder wollen sich im Rahmen der Verkehrsministerkonferenz (VKM) "zeitnah" mit der Sicherheit für Beschäftigte im öffentlichen Verkehr befassen. Das kündigte Bayerhn Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) an, der derzeit auch Vorsitzender der VMK ist. "Als Gesellschaft können wir das nicht hinnehmen und müssen ein starkes Zeichen der Solidarität senden", erklärte er zu dem Fall des getöteten Zugbegleiters.

Die Tat löste Entsetzen und Mitgefühl aus. Um die Familie des Getöteten zu unterstützen, richteten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von DB Regio ein Spendenkonto ein.

In die Reaktionen mischten sich auch Forderungen nach härteren Strafen. Der Deutsche Richterbund warnte indes vor Rufen nach Strafrechtsverschärfungen. "Der bekannte Reflex in der Politik, das Strafrecht verschärfen zu wollen, ist nachvollziehbar, aber nicht die richtige Antwort", erklärte dessen Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn. "Für Tötungsdelikte sieht das Strafrecht schon heute schwerste Strafen vor."

Der Vater des Zugbegleiters erlitt nach Angaben der "Bild"-Zeitung einen Herzinfarkt, nachdem er von der Tat erfahren hatte. Er habe die Klinik zwei Tage später wieder verlassen können. "Ich habe einen Bypass bekommen. Aber mein Sohn wird nicht wieder zurückkommen", sagte der Vater des getöteten Zugbegleiter der "Bild"-Zeitung.

D.Graf--NZN