Zürcher Nachrichten - Justizministerin plant mehr Mieterschutz - Union fordert Änderung an Hubigs Plan

EUR -
AED 4.286547
AFN 74.70077
ALL 95.955891
AMD 435.208076
ANG 2.089388
AOA 1070.324062
ARS 1625.925941
AUD 1.655535
AWG 2.103881
AZN 1.985894
BAM 1.955895
BBD 2.327293
BDT 142.586922
BGN 1.995108
BHD 0.440444
BIF 3433.951984
BMD 1.167202
BND 1.484166
BOB 7.984182
BRL 6.013659
BSD 1.155471
BTN 107.403153
BWP 15.767901
BYN 3.396907
BYR 22877.152522
BZD 2.323893
CAD 1.615338
CDF 2684.564028
CHF 0.922498
CLF 0.027106
CLP 1070.277165
CNY 8.003971
CNH 7.971958
COP 4308.92335
CRC 536.028317
CUC 1.167202
CUP 30.930844
CVE 110.250988
CZK 24.416049
DJF 205.762633
DKK 7.47254
DOP 70.193708
DZD 154.636756
EGP 63.833905
ERN 17.508025
ETB 180.421731
FJD 2.585237
FKP 0.882004
GBP 0.871018
GEL 3.128451
GGP 0.882004
GHS 12.719383
GIP 0.882004
GMD 85.783597
GNF 10136.44863
GTQ 8.839164
GYD 241.709281
HKD 9.142089
HNL 30.682621
HRK 7.53452
HTG 151.486705
HUF 376.57602
IDR 19836.5922
ILS 3.66911
IMP 0.882004
INR 107.800003
IQD 1513.679963
IRR 1535891.48314
ISK 143.773184
JEP 0.882004
JMD 181.88805
JOD 0.827496
JPY 184.870154
KES 151.794632
KGS 102.071739
KHR 4630.204929
KMF 498.394868
KPW 1050.484269
KRW 1723.594732
KWD 0.360899
KYD 0.962905
KZT 536.941464
LAK 25492.455883
LBP 103474.422944
LKR 364.610823
LRD 212.600302
LSL 19.525464
LTL 3.446443
LVL 0.706029
LYD 7.385453
MAD 10.834947
MDL 20.18698
MGA 4826.27563
MKD 61.651162
MMK 2451.254865
MNT 4170.77515
MOP 9.325533
MRU 45.919426
MUR 54.882002
MVR 18.032964
MWK 2003.614427
MXN 20.466134
MYR 4.660617
MZN 74.642805
NAD 19.525381
NGN 1613.119643
NIO 42.521882
NOK 11.180689
NPR 171.854078
NZD 2.013335
OMR 0.448815
PAB 1.155426
PEN 3.957592
PGK 5.07229
PHP 69.512679
PKR 324.871245
PLN 4.259568
PYG 7492.299507
QAR 4.223663
RON 5.094249
RSD 117.335332
RUB 91.538201
RWF 1687.774699
SAR 4.382912
SBD 9.394319
SCR 15.951704
SDG 701.488492
SEK 10.895804
SGD 1.488124
SHP 0.875704
SLE 28.716738
SLL 24475.64783
SOS 660.329226
SRD 43.703557
STD 24158.717777
STN 24.501399
SVC 10.110534
SYP 129.214551
SZL 19.521198
THB 37.456676
TJS 10.994016
TMT 4.096878
TND 3.400463
TOP 2.810341
TRY 51.986462
TTD 7.840381
TWD 37.08375
TZS 3034.723915
UAH 50.215568
UGX 4338.448623
USD 1.167202
UYU 46.860067
UZS 14096.805074
VES 552.6317
VND 30729.501685
VUV 139.182899
WST 3.228819
XAF 655.986033
XAG 0.015294
XAU 0.000243
XCD 3.154421
XCG 2.08251
XDR 0.815847
XOF 655.997274
XPF 119.331742
YER 278.435572
ZAR 19.258133
ZMK 10506.212883
ZMW 22.387895
ZWL 375.838458
  • Euro STOXX 50

    -59.6400

    5633.22

    -1.06%

  • MDAX

    -182.8000

    28733.46

    -0.64%

  • DAX

    -246.4900

    22921.59

    -1.08%

  • Goldpreis

    158.9000

    4843.6

    +3.28%

  • TecDAX

    -42.2100

    3425.7

    -1.23%

  • EUR/USD

    0.0089

    1.1695

    +0.76%

  • SDAX

    -190.3400

    16533.73

    -1.15%

Justizministerin plant mehr Mieterschutz - Union fordert Änderung an Hubigs Plan
Justizministerin plant mehr Mieterschutz - Union fordert Änderung an Hubigs Plan / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Justizministerin plant mehr Mieterschutz - Union fordert Änderung an Hubigs Plan

Angesichts von Wohnungsnot und steigenden Mietpreisen will das SPD-geführte Bundesjustizministerium den Schutz von Mieterinnen und Mietern verbessern. Ressortchefin Stefanie Hubig (SPD) stellte am Sonntag einen Gesetzentwurf zur Reform des Mietrechts vor, der ein Bündel neuer Maßnahmen zum Mieterschutz enthält - so etwa strengere Regelungen für die Vermietung möblierter Wohnungen und Kurzzeitmietverträgen sowie eine Begrenzung von Indexmieten. Dem Koalitionspartner gehen die Pläne aber zu weit: Die Union machte "Korrekturbedarf" geltend.

Textgröße:

Ziel der Reform sei es, "dem rapiden Anstieg der Mieten entgegenzuwirken und den Schutz von Mieterinnen und Mietern zu verbessern", erklärte die Ministerin. "Wer eine bezahlbare Wohnung sucht, hat es an vielen Orten heute extrem schwer." Das liege auch am Mietrecht: Das soziale Mietrecht sei zwar gut, der Schutz habe aber Lücken, die nun geschlossen werden sollen.

Der Anteil befristeter und möblierter Mietangebote hat zuletzt nach Angaben des Ministeriums ein "Rekordniveau" erreicht. Die Regeln zur Mietpreisbremse werden bei solchen Vermietungen oft nicht eingehalten. Der Gesetzentwurf soll unter anderem für mehr Transparenz beim Vermieten möblierter Wohnungen sorgen - denn bei Möblierungen verlangen Vermieter oft kräftige Aufschläge.

In angespannten Wohnungsmärkten sollen Vermieter den Zuschlag für Möbel künftig gesondert ausweisen müssen. Machen sie das nicht, soll die Wohnung als unmöbliert vermietet gelten. Mieterinnen und Mieter sollen dann nur das an Miete zahlen müssen, was für die Wohnung ohne Möblierung verlangt werden darf.

Der Möblierungszuschlag soll zudem auf fünf Prozent der Nettokaltmiete begrenzt werden. Der Zuschlag soll sich am Anschaffungswert sowie am Abnutzungsgrad der Einrichtung orientieren.

Befristete Mietverträge sollen den Plänen zufolge nur noch dann von der Mietpreisbremse ausgenommen sein, wenn sie für höchstens sechs Monate abgeschlossen werden. Voraussetzung für eine Befristung soll außerdem ein besonderer Grund auf Seiten des Mieters sein, etwa berufliche Umstände. Bislang sind Kurzzeitvermietungen gesetzlich nicht befristet.

Ein weiterer Vorschlag betrifft sogenannte Indexmieten, die sich an der Inflationsrate orientieren. In Phasen starker Preissteigerungen soll die Miete dem Entwurf zufolge künftig um maximal 3,5 Prozent erhöht werden dürfen.

"Indexmietverträge dürfen nicht zur Kostenfalle werden, wenn die Inflation steigt", erklärte Ministerin Hubig. "Deshalb wollen wir hier die Mieterhöhungen deckeln - jedenfalls dort, wo Mieten ohnehin besonders teuer sind."

Mehr Schutz soll es auch für Mieter geben, die wegen einer nicht gezahlten Miete gekündigt werden. Bei Zahlungsverzug soll eine ordentliche Kündigung einmalig abgewendet werden können, sofern die ausstehende Miete vollständig beglichen wird.

Hubigs Entwurf dürfte im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch geändert werden. Die CDU/CSU-Fraktion sehe "Korrekturbedarf bei der starren Sechs-Monats-Grenze für Kurzzeitmietverträge sowie beim geplanten Deckel für Indexmieten", sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Diese Änderungen seien nötig, "weil sonst Verlässlichkeit verloren geht und Investitionen weiter gebremst werden".

Auch Hubigs Pläne für strengere Regeln bei der Vermietung möblierter Wohnungen findet Krings nach eigenen Worten noch nicht überzeugend, weil diese "zu schematisch" seien. Der CDU-Politiker forderte zudem Anreize zur Belebung des Wohnungsbaus.

Die SPD-Ministerin betonte, dass die Reform auch "die Interessen der Vermieterseite im Blick" behalte. So soll die Wertgrenze für vereinfachte Mieterhöhungen infolge von Modernisierungsmaßnahmen von 10.000 auf 20.00 Euro angehoben werden. Dies soll es vor allem privaten Kleinvermietern erleichtern, die Miete nach einer Modernisierung der Wohnung ohne großen Aufwand zu erhöhen.

Der Deutsche Mieterbund begrüßte Hubigs Pläne "außerordentlich". Die Reform adressiere "zentrale Probleme des Wohnungsmarktes", erklärte Mieterbunds-Präsidentin Melanie Weber-Moritz.

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek bewertete Hubigs Pläne positiv, forderte aber noch weitergehende Maßnahmen. "Hubigs Novelle ist ein überfälliger Schritt nach vorne beim Schutz von Mieterinnen und Mietern", sagte Reichinnek der Nachrichtenagentur AFP. Die Krise auf dem Wohnungsmarkt lasse sich nur "mit einem bundesweiten Mietendeckel und massiven Investitionen in den Sozialen Wohnungsbau in den Griff" bekommen.

Die Grünen im Bundestag äußerten sich enttäuscht von Hubigs Plänen. "Der Entwurf ist das absolute Minimum im Mietrecht", sagte die Wohnungspolitik-Expertin der Grünen-Fraktion, Hanna Steinmüller, zu AFP. Wer den allgemeinen Mietanstieg stoppen wolle, müsse vor allem sicherstellen, dass Mieterinnen und Mieter ihre Rechte tatsächlich durchsetzen können.

Der Mietwohnungsmarkt in Deutschland ist vielerorts weiterhin sehr angespannt. Gerade in Ballungszentren steigen die Mieten stark an. Die Angebotsmieten in den 14 größten deutschen Städten haben sich laut Hubigs Ministerium in der Zeit von 2010 bis 2024 durchschnittlich verdoppelt. Allein in der Zeit von 2022 bis 2024 sind sie um über 20 Prozent gestiegen.

W.Vogt--NZN