Zürcher Nachrichten - Renten steigen zum Juli um 4,24 Prozent - Bessere Lohnentwicklung als erwartet

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Renten steigen zum Juli um 4,24 Prozent - Bessere Lohnentwicklung als erwartet
Renten steigen zum Juli um 4,24 Prozent - Bessere Lohnentwicklung als erwartet / Foto: DENIS CHARLET - AFP/Archiv

Renten steigen zum Juli um 4,24 Prozent - Bessere Lohnentwicklung als erwartet

Ab Sommer gibt es mehr Rente: Zum 1. Juli steigen die Bezüge der Rentnerinnen und Rentner in Deutschland um 4,24 Prozent, wie Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am Donnerstag erklärte. Grund für den höheren Anstieg als zuvor angenommen ist demnach die günstigere Entwicklung der Löhne, an die die Renten gekoppelt sind. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) zeigte sich erfreut, dass "in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten" die Kaufkraft der Älteren gestärkt werde.

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"Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer spürbaren Rentenanpassung, mit der die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente zum Ausdruck kommt", fuhr Bas fort. Mit der Erhöhung liege die Rentenanpassung zum vierten Mal seit fünf Jahren bei über vier Prozent. In Deutschland gibt es gut 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner.

"Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben", erklärte Bas weiter. "Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben."

Bas verwies auf das im vergangenen Jahr verabschiedete Rentenpaket, welches das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent festschreibt. Laut ihrem Ministerium bedeutet die nun angekündigte Erhöhung für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren einen Anstieg von 77,85 Euro im Monat. Die Erhöhung muss nun noch durch das Bundeskabinett und den Bundesrat, damit sie zum 1. Juli in Kraft treten kann.

Maßgeblich für diese Berechnung der Rentenerhöhung ist laut Arbeitsministerium die Lohnentwicklung. Sie basiert auf Daten des Statistischen Bundesamts und der Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der Versicherten. Daneben spielt auch die Veränderung der Sozialabgaben der Beschäftigten und Rentenbeziehenden eine Rolle.

DRV-Präsidentin Gundula Roßbach sprach von einer "guten Nachricht". Die nun höhere Anpassung sei auf eine letztlich bessere Lohnentwicklung im vergangenen Jahr zurückzuführen - noch im Dezember war mit einem Rentenplus von 3,73 Prozent gerechnet worden. Stabilität sei ein hohes Gut, fuhr sie vor dem Hintergrund der Kopplung an die Löhne fort.

Auch die Grünen zeigten sich erfreut, das sei eine "gute Nachricht für die Menschen, die nach einem anstrengenden Arbeitsleben einen Ruhestand in Würde verdient haben", erklärte der Rentenexperte Armin Grau. Nun gehe es darum, dass die Renten nicht vom Lohnniveau entkoppelt würden und dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinke.

Auch Roßbach betonte, es sei wichtig, das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu stärken und "ihre nachhaltige Finanzierung dauerhaft zu sichern", erklärte Roßbach. Das Rentensystem in Deutschland steht angesichts der demografischen Entwicklung gehörig unter Druck. Die gesetzliche Rente ergibt sich aus den Beiträgen in die Rentenversicherung und wird massiv vom Staat bezuschusst.

Derzeit erarbeitet eine Rentenkommission längerfristige Reformkonzepte zur Stabilisierung des Rentensystems. Dabei geht es um das Grundproblem, dass immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer mehr Rentnerinnen und Rentner finanzieren.

Mitte dieses Jahres soll die Kommission ihre Beratungsergebnisse vorlegen. Dazu kursieren bereits Vorschläge und Diskussionsansätze - von der Anpassung des Renteneintrittsalters über die Erhöhung des Beitragszahlerkreises bis hin zur Ausrichtung des Arbeitsmarkts auf mehr Zuwanderung.

H.Roth--NZN