Zürcher Nachrichten - Signal-Hack: Auch bei der Linkspartei "einige wenige" Abgeordnete betroffen

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Signal-Hack: Auch bei der Linkspartei "einige wenige" Abgeordnete betroffen
Signal-Hack: Auch bei der Linkspartei "einige wenige" Abgeordnete betroffen / Foto: Lionel BONAVENTURE - AFP

Signal-Hack: Auch bei der Linkspartei "einige wenige" Abgeordnete betroffen

Auch bei der Linkspartei im Bundestag gibt es Opfer der aktuellen Angriffswelle gegen Nutzer des Messengerdienstes Signal aus Politik, Regierungsapparat und Medien. Von den Abgeordneten der Partei seien "einige wenige betroffen", sagte Parlamentsgeschäftsführerin Ina Latendorf am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Im sonstigen Fraktionsbetrieb, der auch Mitarbeiter einschließt, habe sie hingegen "keine Kenntnis" von derartigen Vorfällen.

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Deutsche und ausländische Sicherheitsdienste warnen seit Monaten vor einer sogenannten Phishing-Angriffswelle, die auf die heimliche Übernahme von Signal-Konten von Politikern, Beamten, Diplomaten, Militärs und Journalisten zielt. Ausländische Sicherheitsdienste machen dafür Russland verantwortlich.

Am Donnerstag hatte bereits die SPD-Fraktion bestätigt, dass "einige wenige Abgeordnete" von den Angriffen auf den Signal-Messenger betroffen sind. Grüne und AfD hatten nach eigenen Angaben keine Kenntnis von solchen Fällen, die Unionsfraktion wollte sich nicht äußern.

Der "Spiegel" hatte am Mittwoch berichtet, auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sei Opfer der Kampagne geworden. Demnach war sie auch in einem Signal-Gruppenchat mit Mitgliedern des CDU-Präsidiums, dem auch Parteichef und Kanzler Friedrich Merz angehört. Ein Sprecher Klöckners wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren.

Auch die Bundesregierung wollte sich nicht äußern. "Aus Sicherheitsgründen" werde "grundsätzlich keine Auskunft über Kommunikationsmittel und das Kommunikationsverhalten des Bundeskanzlers" gegeben, sagte ein Regierungssprecher auf AFP-Anfrage. Dies gelte auch dafür, "in welcher Form und nach welchen Vorgaben die Informationstechnik geprüft wird".

Bei der Signal-Kampagne geht es nicht um die Ausnutzung einer Sicherheitslücke, sondern um geschickte Betrugsversuche, bei denen den Betroffenen vorgespiegelt wird, sie würden vom Signal-Support kontaktiert. Ist die Masche erfolgreich, haben die Angreifer Zugriff auf die Signal-Chats und Gruppen sowie dort geteilte Fotos und Dateien. Sie können sich bei Signal auch als die Person ausgeben, deren Konto gehackt wurde.

Linken-Parlamentsgeschäftsführerin Latendorf betonte, ihre Fraktion werde regelmäßig über entsprechende Sicherheitshinweise des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert. "Auf Dienstgeräten ist die Nutzung von Messengern für den Fraktionsbetrieb untersagt", sagte sie.

Das BSI und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatten bereits Anfang Februar vor den Phishing-Angriffen gewarnt. Vor einer Woche wiesen sie in einer aktualisierten Warnung nochmals dringlich auf das Problem hin, das demnach "an Dynamik gewinnt". Dabei veröffentlichten sie auch einen , wie Betroffene überprüfen können, ob ihre Konten kompromittiert sind.

R.Bernasconi--NZN