Zürcher Nachrichten - Deutlich mehr Baugenehmigungen im April - Branche sieht aber weiter großen Bedarf

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Deutlich mehr Baugenehmigungen im April - Branche sieht aber weiter großen Bedarf
Deutlich mehr Baugenehmigungen im April - Branche sieht aber weiter großen Bedarf / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Deutlich mehr Baugenehmigungen im April - Branche sieht aber weiter großen Bedarf

Bei den Baugenehmigungen in Deutschland hat sich der jüngste Aufwärtstrend auch im April fortgesetzt. Laut Statistischem Bundesamt wurden 1700 Wohnungen mehr als im Vorjahresmonat genehmigt (plus 9,2 Prozent), insgesamt waren es 20.200. Die Baubranche begrüßte die Entwicklung - der Bedarf sei jedoch noch deutlich größer.

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Die Zahl der Baugenehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator für die zukünftige Bauaktivität - und damit auch wichtig mit Blick auf den Mangel an Wohnraum in vielen Ballungsgebieten. Für das Gesamtjahr 2025 war erstmals seit 2021 wieder ein Anstieg verzeichnet worden, auf insgesamt 238.500 genehmigte Wohnungen, das waren elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Dieser Trend setzte sich in diesem Jahr in den vier Monaten von Januar bis April fort. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum lag der Zuwachs bei 13,2 Prozent; genehmigt wurden 83.700 Wohnungen.

Die meisten neuen Wohnungen sollen in Mehrfamilienhäusern entstehen: Im Viermonatszeitraum bis April stieg die Zahl der Genehmigungen hier um 14,7 Prozent auf 44.300. Bei Einfamilienhäusern lag der Zuwachs bei 11,7 Prozent, genehmigt wurden 15.900 neue Häuser. Zudem wurden 4900 neue Zweifamilienhäuser genehmigt, ein Plus von 22,9 Prozent. Hinzu kamen Wohnungen in Wohnheimen sowie Wohnungen, die durch Umbaumaßnahmen in bereits bestehenden Gebäuden entstehen.

Im Vergleich zu den vorherigen Monaten des Jahres 2026 schwächte sich der Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen im April allerdings ab: Im Februar hatte der Anstieg im Vorjahresvergleich noch 24,1 Prozent betragen, im März 11,5 Prozent. Experten hatten gewarnt, dass der Iran-Konflikt sich auch auf den Wohnungsbau auswirke, weil Zinsen und Materialkosten stiegen.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hob am Donnerstag hervor, dass aus Baugenehmigungen auch konkrete Projekte werden müssten. "Aber genau hieran hat es in den letzten Monaten gehapert, wie die Fertigstellungszahlen für 2025 und der niedrige Auftragseingang der Bauwirtschaft belegen", erklärte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller. Nötig seien "klare, investitionsfreundliche und verlässliche Rahmenbedingungen, damit nun auch wirklich gebaut wird", forderte er.

Müller mahnte, dass aus der anstehenden Investorenkonferenz von Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) ein "klares Maßnahmenpaket" hervorgehen müsse. Die Konferenz findet am Freitag in Frankfurt am Main statt und zielt nach Ministeriumsangaben darauf ab, mit Investoren und Entscheidern "Anliegen der Praxis" in den Mittelpunkt zu stellen und auszuloten, "mit welchen Impulsen Kapital und Investitionen für den Wohnungsbau in seiner ganzen Breite mobilisiert werden können".

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, begrüßte die steigenden Genehmigungszahlen im April als "gute Nachricht". Die "Krise am Wohnungsmarkt" sei jedoch "noch lange nicht gelöst", fügte auch er hinzu. "Vor allem in den Großstädten, wo am dringendsten Wohnungen gebraucht werden, kommt der Neubau nicht voran", erklärte er. "Damit wir auf den jährlichen Bedarf von 320.000 Wohnungen kommen, müssen mindestens 26.700 Wohnungen monatlich genehmigt werden."

Pakleppa kritisierte außerdem, dass hohe Finanzierungskosten immer mehr Investoren und Bauwillige verunsicherten - "und so verfallen Baugenehmigungen, anstatt dass sie in Baufertigstellungen münden". 2025 seien 35.700 Baugenehmigungen erloschen. "Seit 2002 sind nicht mehr so viele Projekte gescheitert", erklärte er.

Auch der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen mahnte weitere Maßnahmen an, um eine "echte Trendwende" beim Wohnungsbau einzuleiten. Nötig seien "Anreize für Investitionen", forderte BFW-Präsident Dirk Salewski. Die Investorenkonferenz in Frankfurt mit Bundesbauministerin Hubertz und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) biete die Möglichkeit, hier voranzukommen.

A.P.Huber--NZN