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Vor der Aufsichtsratssitzung des Volkswagenkonzerns in Wolfsburg zu den Sparplänen des Autobauers hat die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo einen "ganzheitlichen Zukunftsplan" statt Stellenabbau und Werksschließungen gefordert. Der Vorstand müsse einen "umfassenden ganzheitlichen Plan", entwickeln, der auch Themen wie Technologieführerschaft und Produkte für unterschiedliche Märkte angehe, sagte Cavallo. Sie forderte außerdem Unterstützung durch die Politik, um den "starken europäischen Markt gegen den Wettbewerb zu schützen".
Medienberichten zufolge sollen bei Volkswagen bis zu 100.000 der rund 657.000 Arbeitsplätze weltweit gestrichen werden. Zudem erwägt Konzernchef Oliver Blume demnach, die Kernmarke Volkswagen und Teile der Komponentenfertigung aus der bestehenden Konzernstruktur der Volkswagen AG herauszubrechen und in eigenständige Gesellschaften zu überführen, um die besonderen Mitbestimmungsrechte und die Sperrminorität des Landes Niedersachsen zu unterlaufen, die im VW-Gesetz verankert sind.
Cavallo kritisierte auch die Informationspolitik des VW-Vorstands. Die Beschäftigten "wissen nicht, wie es weitergeht". Der Betriebsrat habe tagtäglich mit Kolleginnen und Kollegen zu tun, "die einfach zu uns kommen, zum Betriebsrat kommen, verunsichert sind, Angst haben vor der Zukunft". Nötig sei "Klarheit für die Belegschaft".
Der Betriebsrat verschließe nicht die Augen davor, dass es an der Zeit sei, "dass wir natürlich unseren Volkswagen-Konzern zukunftsfest machen", sagte die Betriebsratschefin weiter. "Aber das beinhaltet eben nicht das, was in der Öffentlichkeit kursiert, nämlich dass ein Sanierungsplan eines Konzerns nur mit Personalabbau und Standortschließungen vorgenommen werden kann."
Von der Politik forderte Cavallo, "eine Industriepolitik aus einem Guss", damit auch die Arbeitsplätze in Deutschland und in Europa gesichert werden können. "Wenn um uns herum USA und China ihre Industrie schützen mit Subventionen, mit auch Zöllen, dann kann es nicht sein, dass wir als Europäische Union dort tatenlos zuschauen, sondern da brauchen wir auch die richtigen politischen Konzepte."
Die IG Metall sprach von "Brutalo-Plänen" der Konzernspitze. Auch die IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte, es brauche neue Ideen und Konzepte, wie die Werke ausgelastet werden. "Synergien zwischen den Marken müssen endlich ausgeschöpft werden, Produkte zukunftsfest geplant werden." Von der Politik forderte Benner eine konsequente Industriepolitik und Schutz vor unfairem Wettbewerb, um für die besten Voraussetzungen zu sorgen.
Die Gewerkschaft kündigte an, sie werde den Druck in der zweiten Jahreshälfte notfalls weiter erhöhen, sollte der Vorstand an seinen Plänen festhalten. Weitere Aktionstage an den deutschen Standorten sind in den kommenden Monaten seien nicht ausgeschlossen. Aktuell bestehe sowohl im Volkswagen-Haustarifgebiet als auch in der Metall- und Elektroindustrie Friedenspflicht.
I.Widmer--NZN