Zürcher Nachrichten - Umweltministerin Lemke will Abschuss von Wölfen nach Weidetierrissen erleichtern

EUR -
AED 4.25832
AFN 75.943571
ALL 92.851987
AMD 424.237526
ANG 2.075279
AOA 1064.433953
ARS 1725.068059
AUD 1.627158
AWG 2.088575
AZN 1.973233
BAM 1.956921
BBD 2.335698
BDT 142.299672
BGN 1.96696
BHD 0.437349
BIF 3462.238466
BMD 1.159514
BND 1.480229
BOB 13.469541
BRL 6.038399
BSD 1.159649
BTN 110.812999
BWP 15.611876
BYN 3.527375
BYR 22726.478286
BZD 2.332406
CAD 1.606965
CDF 2635.57538
CHF 0.938755
CLF 0.026937
CLP 1060.155289
CNY 7.818837
CNH 7.816013
COP 3623.794938
CRC 520.891641
CUC 1.159514
CUP 30.727126
CVE 110.326771
CZK 24.199091
DJF 206.512953
DKK 7.475626
DOP 67.857993
DZD 154.147022
EGP 58.208659
ERN 17.392713
ETB 187.600635
FJD 2.553479
FKP 0.856877
GBP 0.854968
GEL 3.026356
GGP 0.856877
GHS 12.757032
GIP 0.856877
GMD 85.245999
GNF 10187.703975
GTQ 8.84884
GYD 242.622703
HKD 9.09691
HNL 31.088406
HRK 7.53615
HTG 151.74496
HUF 361.745815
IDR 20662.774916
ILS 3.421611
IMP 0.856877
INR 110.841499
IQD 1519.25061
IRR 1593853.716827
ISK 142.226179
JEP 0.856877
JMD 183.715237
JOD 0.822116
JPY 184.605063
KES 150.330873
KGS 101.399525
KHR 4685.582993
KMF 495.112617
KPW 1043.563119
KRW 1636.317857
KWD 0.357938
KYD 0.966449
KZT 534.563906
LAK 26160.647037
LBP 103851.044971
LKR 384.790417
LRD 210.48785
LSL 18.746096
LTL 3.423744
LVL 0.701378
LYD 7.368221
MAD 10.750558
MDL 19.96435
MGA 4994.796527
MKD 61.554464
MMK 2434.733154
MNT 4169.788357
MOP 9.371006
MRU 46.492632
MUR 54.416554
MVR 17.914895
MWK 2010.899865
MXN 19.718579
MYR 4.710523
MZN 74.104325
NAD 18.746096
NGN 1569.768169
NIO 42.673893
NOK 10.923262
NPR 177.299268
NZD 1.959283
OMR 0.445825
PAB 1.159649
PEN 3.903385
PGK 5.134875
PHP 71.347178
PKR 321.849763
PLN 4.306128
PYG 6984.910769
QAR 4.239173
RON 5.240307
RSD 117.398461
RUB 98.707468
RWF 1701.867533
SAR 4.34422
SBD 9.332446
SCR 15.867431
SDG 696.287178
SEK 11.000822
SGD 1.479864
SHP 0.859045
SLE 28.403391
SLL 24314.432084
SOS 662.771078
SRD 44.03197
STD 23999.602854
STN 24.513725
SVC 10.147682
SYP 15076.003497
SZL 18.750255
THB 38.287738
TJS 10.698051
TMT 4.069895
TND 3.388797
TOP 2.791832
TRY 55.542701
TTD 7.8584
TWD 36.87606
TZS 3067.498266
UAH 51.876245
UGX 4314.41559
USD 1.159514
UYU 46.466016
UZS 13750.876841
VES 892.952435
VND 30385.069566
VUV 136.04403
WST 3.170681
XAF 656.318805
XAG 0.01765
XAU 0.000264
XCD 3.133645
XCG 2.090088
XDR 0.819837
XOF 656.324468
XPF 119.331742
YER 275.042063
ZAR 18.754678
ZMK 10437.014128
ZMW 21.847232
ZWL 373.363099
  • TecDAX

    -25.8200

    4080.05

    -0.63%

  • MDAX

    -125.3000

    32339.09

    -0.39%

  • Euro STOXX 50

    -5.1000

    6534.49

    -0.08%

  • DAX

    -71.7800

    26368.53

    -0.27%

  • Goldpreis

    7.1000

    4444.4

    +0.16%

  • SDAX

    -115.0900

    18518.42

    -0.62%

  • EUR/USD

    0.0025

    1.1598

    +0.22%

Umweltministerin Lemke will Abschuss von Wölfen nach Weidetierrissen erleichtern
Umweltministerin Lemke will Abschuss von Wölfen nach Weidetierrissen erleichtern / Foto: PATRIK STOLLARZ - AFP/Archiv

Umweltministerin Lemke will Abschuss von Wölfen nach Weidetierrissen erleichtern

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) will den Abschuss von Wölfen nach Rissen von Weidetieren erleichtern. Sie präsentierte am Donnerstag in Berlin ihre Vorschläge zum künftigen Umgang mit dem Wolf, nachdem Landwirte über zunehmende Schäden geklagt hatten. Demnach soll künftig 21 Tage lang ab dem Riss auf einen Wolf geschossen werden dürfen, der sich in tausend Metern Umkreis von der Rissstelle aufhält.

Textgröße:

Damit greift Lemke wissenschaftliche Erkenntnisse auf, wonach Wölfe nach einem Riss in dieser Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit an diese Stelle zurückkehren, ein Abschuss also das Tier treffen dürfte, das für den Riss verantwortlich ist. Mehrere Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein: Es ist weiterhin eine Genehmigung für den Abschuss nötig, außerdem geht es um "zuvor festgelegte Regionen mit erhöhtem Rissvorkommen" und der Wolf muss "zumutbare Herdenschutzmaßnahmen" überwunden und Weidetiere gerissen haben.

Anders als bisher in der Praxis üblich muss hierfür aber nicht das Ergebnis einer DNA-Analyse abgewartet werden. Ein "anlassloses Abschießen von Wölfen" werde es weiterhin nicht geben, sagte Lemke, das sei weder mit nationalem noch mit europäischem Recht vereinbar. Zudem sei der Wolf ein schützenswertes Säugetier, das "Leid und Schmerzen empfindet", er gehöre in das Ökosystem und ernähre sich zu 95 Prozent ohnehin von Wild und nicht "auf der Weide".

Der Umgang mit dem Wolf ist in der Naturschutz-Richtlinie der EU sowie im Bundesnaturschutzgesetz geregelt. Wölfe können auf dieser Basis bereits heute getötet werden. Das dafür nötige Verfahren sei allerdings zu "kompliziert, bürokratisch und aufwendig" und dauere zu lang, sagte Lemke. Die Regeln hätten sich in der Praxis nicht bewährt. Daher sei nicht nur die Frustration groß, sondern auch die Akzeptanz des Wolfs gefährdet.

Lemke will zudem weitere bürokratische Entlastungen auf den Weg bringen, etwa Musterbescheide, die den Verwaltungsaufwand der Bundesländer bei Abschussgenehmigungen reduzieren. Ihre Vorschläge will sie nun mit den Bundesländern beraten und auf einer Umweltministerkonferenz Ende November beschließen. Ihr Ziel ist es, dass die neuen Regeln bis zur nächsten Weidetiersaison in Kraft sind - sie könnten zum 1. Januar des kommenden Jahres umgesetzt werden.

Ihr gehe es letztlich darum, "eine Balance zwischen dem Schutz der Weidetiere und dem Schutz des Wolfs hinzubekommen", sagte Lemke. Die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland habe zu Konflikten und Herausforderungen geführt. Für Weidetierhalterinnen und -tierhalter sei es ein schwerer Verlust, wenn Tiere verendet auf der Weide liegen, "nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional". Diese Sorgen und Probleme nehme sie ernst.

Landwirte in Deutschland klagen über zunehmende Schäden durch Wolfsrudel. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr mehr als 4000 Weidetiere durch Wolfsangriffe verletzt oder getötet oder wurden anschließend vermisst.

Der Deutsche Bauernverband kritisierte, für ein erfolgreiches Wolfsmanagement reichten vereinfachte Abschüsse nach Rissen an Weidetieren "bei weitem nicht aus". Die Menschen im ländlichen Raum würden mit den Folgen der Ausbreitung der Wölfe "allein" gelassen, erklärte der Verband gemeinsam mit dem Deutschen Jagdverband und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Die Regierung müsse vielmehr "umgehend ein regional differenziertes Bestandsmanagement für den Wolf zulassen".

Die Umweltschutzorganisation BUND hält Lemkes Vorschläge für "akzeptabel", verweist aber darauf, dass Einzelabschüsse zwar "punktuell zur Entlastung führen, das Problem aber nicht grundsätzlich lösen". Nötig sei vielmehr ein besserer Herdenschutz, hier müsse die Regierung tätig werden. Die Deutsche Umwelthilfe sprach von einer "praktikablen, wissenschaftlich fundierten und zügig umsetzbaren Lösung", die Wolf und Weidehaltung nicht gegeneinander ausspiele.

Der CSU-Agrarpolitiker Artur Auernhammer kritisierte, dass der Wolf "nach wie vor nicht schadensunabhängig bejagt" werden dürfe. Die Regierung drücke sich vor einer Bestandsregulierung.

D.Graf--NZN