Zürcher Nachrichten - Zivile Seenotretter bergen in zehn Jahren mehr als 175.000 Menschen aus Mittelmeer

EUR -
AED 4.339975
AFN 76.814055
ALL 96.492679
AMD 444.535927
ANG 2.115423
AOA 1083.663344
ARS 1692.015434
AUD 1.685082
AWG 2.130101
AZN 2.013663
BAM 1.954639
BBD 2.37329
BDT 144.104396
BGN 1.984592
BHD 0.444236
BIF 3491.925652
BMD 1.181748
BND 1.500509
BOB 8.142163
BRL 6.165657
BSD 1.1783
BTN 106.731597
BWP 15.599733
BYN 3.385189
BYR 23162.260663
BZD 2.369792
CAD 1.617282
CDF 2599.846012
CHF 0.916635
CLF 0.025765
CLP 1017.355497
CNY 8.200091
CNH 8.189295
COP 4371.90291
CRC 584.152989
CUC 1.181748
CUP 31.316322
CVE 110.199537
CZK 24.230684
DJF 209.825355
DKK 7.471252
DOP 74.365824
DZD 153.099053
EGP 55.224195
ERN 17.72622
ETB 183.179684
FJD 2.611077
FKP 0.868124
GBP 0.867943
GEL 3.184858
GGP 0.868124
GHS 12.949308
GIP 0.868124
GMD 86.268024
GNF 10342.855918
GTQ 9.037631
GYD 246.523555
HKD 9.234002
HNL 31.12551
HRK 7.534948
HTG 154.358305
HUF 377.809361
IDR 19918.953296
ILS 3.676034
IMP 0.868124
INR 107.038538
IQD 1543.583048
IRR 49781.134392
ISK 145.012752
JEP 0.868124
JMD 184.420447
JOD 0.837906
JPY 185.77138
KES 151.999706
KGS 103.344316
KHR 4755.17523
KMF 495.152823
KPW 1063.561382
KRW 1729.84719
KWD 0.363045
KYD 0.981917
KZT 582.993678
LAK 25320.958308
LBP 105522.815101
LKR 364.543446
LRD 221.518409
LSL 19.009707
LTL 3.489395
LVL 0.714828
LYD 7.461568
MAD 10.817274
MDL 20.090066
MGA 5230.892634
MKD 61.603405
MMK 2481.227493
MNT 4216.320453
MOP 9.482267
MRU 46.591323
MUR 54.43176
MVR 18.258453
MWK 2043.186263
MXN 20.401229
MYR 4.664955
MZN 75.33688
NAD 19.009707
NGN 1615.426317
NIO 43.36424
NOK 11.451852
NPR 170.770555
NZD 1.97898
OMR 0.453131
PAB 1.1783
PEN 3.964645
PGK 5.052998
PHP 69.145302
PKR 329.485672
PLN 4.218238
PYG 7785.375166
QAR 4.294849
RON 5.093811
RSD 117.310313
RUB 90.746093
RWF 1719.778381
SAR 4.430064
SBD 9.522701
SCR 16.366678
SDG 710.825762
SEK 10.663153
SGD 1.504252
SHP 0.886617
SLE 28.894177
SLL 24780.663673
SOS 672.200685
SRD 44.691391
STD 24459.797516
STN 24.485455
SVC 10.309876
SYP 13069.630436
SZL 19.00571
THB 37.266468
TJS 11.040741
TMT 4.142027
TND 3.41737
TOP 2.845365
TRY 51.538989
TTD 7.97926
TWD 37.331853
TZS 3045.890616
UAH 50.612034
UGX 4192.509477
USD 1.181748
UYU 45.542946
UZS 14469.404578
VES 446.683163
VND 30666.360419
VUV 140.844072
WST 3.227011
XAF 655.567566
XAG 0.015204
XAU 0.000238
XCD 3.193733
XCG 2.123638
XDR 0.815316
XOF 655.567566
XPF 119.331742
YER 281.732962
ZAR 18.960639
ZMK 10637.154271
ZMW 21.945963
ZWL 380.522372
  • Goldpreis

    90.3000

    4979.8

    +1.81%

  • Euro STOXX 50

    72.7000

    5998.4

    +1.21%

  • TecDAX

    -8.4500

    3619.6

    -0.23%

  • MDAX

    228.3200

    31662.83

    +0.72%

  • DAX

    230.4000

    24721.46

    +0.93%

  • SDAX

    15.2500

    17893.72

    +0.09%

  • EUR/USD

    0.0034

    1.182

    +0.29%

Zivile Seenotretter bergen in zehn Jahren mehr als 175.000 Menschen aus Mittelmeer
Zivile Seenotretter bergen in zehn Jahren mehr als 175.000 Menschen aus Mittelmeer / Foto: FEDERICO SCOPPA - AFP/Archiv

Zivile Seenotretter bergen in zehn Jahren mehr als 175.000 Menschen aus Mittelmeer

Seit 2015 haben zivile Seenotrettungsorganisationen nach eigenen Angaben mehr als 175.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Die insgesamt 21 Organisationen, davon zehn aus Deutschland, zogen am Mittwoch eine Bilanz ihrer zehnjährigen Arbeit. Dabei kritisierten sie scharf die Untätigkeit der Regierenden angesichts des Sterbens im Mittelmeer und forderten ein Ende der politischen Blockade von Rettungseinsätzen.

Textgröße:

Ungeachtet der zivilen Anstrengungen mit aktuell 15 Rettungsschiffen, sieben Segelbooten und vier Flugzeugen seien seit 2015 mindestens 28.932 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben oder verschwunden, teilten die Organisationen mit. Mehr als 21.700 Todesfälle seien allein im zentralen Mittelmeer zwischen Libyen, Tunesien, Italien und Malta registriert worden, sagte Mirka Schäfer von der Organisation SOS Humanity. Dies seien durchschnittlich fünf Erwachsene und ein Kind pro Tag. Von einer hohen Dunkelziffer sei auszugehen.

Schäfer forderte vor allem die EU-Staaten auf, dagegen "endlich Verantwortung zu übernehmen". Aktuell ließen diese "wissentlich tausende Menschen ertrinken oder in Folterlager verschleppen", indem sie Notrufe ignorierten und die Arbeit der zivilen Rettungsteams behinderten. So seien allein durch die italienischen Behörden seit 2023 in 28 Fällen zivile Rettungsschiffe zeitweise festgesetzt worden, Zuweisungen an weit entfernt liegende Häfen verursachten Kosten, gefährdeten Menschenleben und verringerten Einsatzzeiten der Schiffe entlang der Fluchtrouten.

"Wir übernehmen die Rolle, die eigentlich Aufgabe staatlicher Stellen wäre", sagte Lisa Groß von der Organisation Alarm Phone, die Hilferufe entgegennimmt und Rettungsaktionen koordiniert. Die Küstenwachen besonders von Italien und Malta gäben jedoch lediglich Informationen an die libysche Küstenwache weiter, "damit sie die Menschen in Libyen in Folterlager bringen". Vor allem die EU-Staaten Italien und Malta unterstützten solche illegalen Rückführungen Geflüchteter nach Libyen und auch nach Tunesien.

Finanziert werden die zivilen Rettungseinsätze vor allem durch Spenden. Sandra Bills von der Organisation United4Rescue verwies auf ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, engagierter Menschen und Organisationen, die "dem Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen wollen". Sie wandte sich auch gegen eine Kriminalisierung von Seenotrettung: "Unsere gemeinsame Solidarität ist kein Verbrechen, das Sterben auf See ist ein Verbrechen", sagte Bills. Neben dem Mittelmeer gibt es Rettungseinsätze auch in anderen Seegebieten wie dem Ärmelkanal.

Die beteiligten Organisationen fordern die EU und ihre Mitgliedsstaaten auf, wieder eine staatliche Seenotrettung entlang den Fluchtrouten auf den Weg zu bringen, die es seit dem Ende der Operation "Mare Nostrum" 2014 nicht mehr gibt . Sie schlugen dafür eine neue Operation "Mare Solidale" (deutsch: "Solidarisches Meer") vor. Diese solle gestützt auf bereits vorhandenen EU-Strukturen des Katastrophenschutzes und der humanitären Hilfe gemäß den Regeln des Seerechts die Suche nach gefährdeten Geflüchteten sowie deren Erstaufnahme in EU-Staaten organisieren.

"Solange es kein europäisch koordiniertes Seenotrettungsprogramm gibt, werden weiterhin Tausende Menschen bei dem Versuch sterben, die EU zu erreichen – oder in einem grauenhaften Gewaltkreislauf in Libyen gefangen bleiben", sagte dazu Giulia Messmer von der Organisation Sea Watch. Notwendig sei "europäische Solidarität statt europäischer Gewalt". Messmer forderte auch die Bundesregierung auf, den Vorschlag zu unterstützen und sich zudem für sichere legale Fluchtwege einzusetzen.

Scharfe Kritik übten die beteiligten Organisationen hingegen an der restriktiveren Migrationspolitik der aktuellen Bundesregierung. Durch den Ausstieg aus Aufnahmeprogrammen und die Aussetzung des Familiennachzugs für bestimmte Gruppen Geflüchteter seien sogar vorhandene legale Fluchtwege abgebaut worden, kritisierte Messmer.

Die Grünen-Abgeordneten Marcel Emmerich und Filz Polat forderten anlässlich der Vorstellung der Zehn-Jahres-Bilanz dazu auf, zivile Seenotrettung nicht länger zu kriminalisieren. Sie forderten eine "menschenwürdige Migrationspolitik" statt populistischer Abschottung. Auch unterstützten sie die Forderung nach einer neuen EU-Rettungsmission.

E.Schneyder--NZN