Zürcher Nachrichten - Philippinen erwarten Taifun "Fung-wong" - Mehr als eine Million Menschen evakuiert

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Philippinen erwarten Taifun "Fung-wong" - Mehr als eine Million Menschen evakuiert
Philippinen erwarten Taifun "Fung-wong" - Mehr als eine Million Menschen evakuiert / Foto: Handout - COURTESY OF FACEBOOK USER EDSON CASARINO/AFP

Philippinen erwarten Taifun "Fung-wong" - Mehr als eine Million Menschen evakuiert

Auf den Philippinen sind angesichts des herannahenden Taifuns "Fung-wong" mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht worden. Der Sturm werde am späten Sonntagabend zwischen 20.00 Uhr und 23.00 Uhr (Ortszeit, zwischen 13.00 und 16.00 Uhr MEZ) auf die Provinz Aurora auf der Hauptinsel Luzon treffen, teilte die Meteorologin Charmagne Varilla der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag mit. Die Behörden meldeten ein erstes Todesopfer. Vor wenigen Tagen hatte bereits der Taifun "Kalmaegi" Zerstörungen in dem Inselstaat und dort mehr als 220 Menschen getötet.

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Landesweit seien fast 1,2 Millionen Menschen evakuiert worden, erklärte zunächst der stellvertretende Leiter des philippinischen Zivilschutzes, Rafaelito Alejandro, vor Journalisten. In der Stadt Catbalogan sei die Leiche einer 64-jährigen Frau, die versucht habe vor dem Sturm zu fliehen, unter Trümmern und umgestürzten Bäumen gefunden worden, sagte der Rettungshelfer Juniel Tagarino AFP.

"Fung-wong" hat einen großen Radius, der fast das gesamte Land treffen dürfte. Der Taifun steuerte mit Windgeschwindigkeiten zwischen 185 und 230 Stundenkilometern auf die Philippinen zu, wie der staatliche Wetterdienst mitteilte. Die kleine Insel Catanduanes könnte demnach von dem Sturm direkt getroffen werden.

Landesweit wurden Vorkehrungen getroffen. Auf der Hauptinsel Luzon wurde für Montag die Schließung von Schulen und Regierungsgebäuden angeordnet. In der Hauptstadt Manila wurden bislang fast 300 Flüge abgesagt. "Fung-wong" soll den Meteorologen zufolge vielerorts 200 Millimeter Regen oder sogar mehr mitbringen.

Auf Catanduanes waren die Vorboten von "Fung-wong" am Sonntagmorgen bereits spürbar. Starke Winde und heftige Regenfälle überzogen die Insel, an der Küste fluteten hohe Wellen die Straßen. In einigen Gebieten kam es zu Überschwemmungen.

"Die Wellen begannen gegen 07.00 Uhr zu tosen. Als die Wellen auf die Ufermauer trafen, fühlte es sich an, als würde der Boden beben", sagte Edson Casarino, ein 33-jähriger Einwohner der Stadt Virac auf Catanduanes AFP. "Jetzt regnet es stark und ich kann den Wind pfeifen hören."

Auf Videoaufnahmen war eine Kirche in Virac zu sehen, die bis zur halben Höhe ihres Eingangs im Wasser stand. Am Samstag hatten Bewohner auf Catanduanes ihre Häuser mit Tauen am Boden befestigt und die Dächer beschwert um zu verhindern, dass sie vom Wind weggetragen werden.

Auch in der südlichen Region Bicol auf Luzon gab es Berichte über Hochwasser. In Guinobatan, einer Stadt mit etwa 80.000 Einwohnern in der Provinz Albay hatten sich Straßen in Ströme aus Flutwassermassen verwandelt, wie auf Videos zu sehen war.

Am Donnerstag hatte der Taifun "Kalmaegi" die Philippinen getroffen und dort zu mindestens 224 Todesopfern geführt - 109 Menschen wurden offiziellen Angaben zufolge noch vermisst. Damit ist "Kalmaegi" laut der internationalen Katastrophendatenbank EM-DAT in diesem Jahr der bislang weltweit verheerendste Taifun. In Städten auf den Inseln Cebu und Negros wurden Autos, Hütten und riesige Schiffscontainer von den Fluten mitgerissen.

Am Samstag stellten die Rettungskräfte auf der besonders stark betroffenen Insel Cebu die Bergungsarbeiten ein, um sich auf den heranrückenden Taifun "Fung-wong" vorzubereiten. "Wir können unsere Helfer nicht gefährden. Wir wollen nicht, dass sie die nächsten Opfer werden", sagte eine Vertreterin der Rettungsdienste im Zentrum des Landes, Myrra Daven, AFP.

Auf den Philippinen sind Starkregen und Unwetter in der Regenzeit zwischen Juni und November üblich. Durch den menschengemachten Klimawandel werden extreme Wetterereignisse nach Angaben von Experten aber häufiger und heftiger. Tropische Wirbelstürme bilden sich immer näher an den Küsten, nehmen schneller an Stärke zu und bleiben länger über Land.

E.Leuenberger--NZN