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Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der Grenze zu Deutschland kämpfen Feuerwehrleute, Löschflugzeuge und Landwirte weiter gegen den größten Waldbrand in der jüngeren Geschichte Belgiens. "Wenn wir das Feuer nicht eingrenzen können, könnte es Deutschland erreichen, wir sind nur noch 25 Kilometer von der Grenze entfernt", sagte der örtliche Feuerwehrchef Luc Burette am Sonntagnachmittag.
"Wir halten durch, weil jeder will, dass es aufhört", sagte der Feuerwehrmann Grégory Mélotte, der am Sonntag seine dritte Schicht im Einsatz gegen die Flammen absolvierte. Bislang sei das Feuer, das seit Freitag fast 3000 Hektar Vegetation vernichtet hat, nicht unter Kontrolle. Am Sonntagnachmittag waren laut Feuerwehr weiterhin mehrere Brandherde aktiv. Auffrischender Wind erschwere die Lage, sagte Feuerwehrchef Burette: "Wir haben noch einmal einen kompletten Löschzug Verstärkung angefordert."
Im nahe der Grenze zu Belgien gelegenen Monschau in Nordrhein-Westfalen sei kaum noch Rauch aus dem belgischen Brandgebiet zu bemerken, erklärte die dortige Stadtverwaltung am frühen Sonntagabend. Bewohnern grenznaher Gebiete wurde jedoch geraten, diese Bereiche zu verlassen. Feuerwehren aus Aachen und Umgebung sollten gemeinsam die Löschtrupps im benachbarten Belgien unterstützen.
Die Landschaft erschwert den Löscheinsatz im Hohen Venn: Das Naturschutzgebiet besteht neben Wald vor allem aus Torfflächen und Heideland, in denen schweres Gerät schnell einsinkt. Die Einsatzkräfte können deshalb nicht nahe an die Brandherde vordringen. Löschhubschrauber aus Belgien und den Niederlanden sind im Einsatz, zwei Löschflugzeuge aus Schweden trafen am Sonntagnachmittag ein.
Zahlreiche Landwirte unterstützten die Löscharbeiten im Hohen Venn und brachten mit ihren Traktoren Wassertanks an die Einsatzorte. "Im Moment stehen hier 15 Trecker Schlange, um nachzufüllen", sagte Jean-Pierre Robert, der ein Hotel an einem nahegelegenen See betreibt. "Wir haben alle Zäune geöffnet, um den Zugang zum See freizumachen."
J.Hasler--NZN