Zürcher Nachrichten - Bosnien gedenkt des Massakers von Srebrenica vor 30 Jahren

EUR -
AED 4.323115
AFN 75.931348
ALL 95.119009
AMD 440.41605
ANG 2.106976
AOA 1080.630882
ARS 1611.581863
AUD 1.641315
AWG 2.120355
AZN 2.005841
BAM 1.951833
BBD 2.370742
BDT 144.715856
BGN 1.963619
BHD 0.44553
BIF 3500.034619
BMD 1.177157
BND 1.498019
BOB 8.133675
BRL 5.860836
BSD 1.177137
BTN 109.233615
BWP 15.793302
BYN 3.343346
BYR 23072.284099
BZD 2.367389
CAD 1.613589
CDF 2719.233909
CHF 0.919718
CLF 0.026221
CLP 1032.002545
CNY 8.025565
CNH 8.024258
COP 4245.100158
CRC 536.831657
CUC 1.177157
CUP 31.19467
CVE 110.044133
CZK 24.293472
DJF 209.609298
DKK 7.477661
DOP 71.070923
DZD 155.712859
EGP 61.086274
ERN 17.65736
ETB 184.814125
FJD 2.607997
FKP 0.86958
GBP 0.870421
GEL 3.18287
GGP 0.86958
GHS 13.008048
GIP 0.86958
GMD 86.525598
GNF 10329.556182
GTQ 9.001932
GYD 246.265725
HKD 9.222734
HNL 31.336386
HRK 7.539109
HTG 154.143895
HUF 361.764454
IDR 20176.889018
ILS 3.484139
IMP 0.86958
INR 109.008597
IQD 1542.076131
IRR 1555613.441082
ISK 143.696052
JEP 0.86958
JMD 186.10647
JOD 0.834651
JPY 186.751352
KES 151.975489
KGS 102.942863
KHR 4720.401394
KMF 492.052185
KPW 1059.419484
KRW 1726.478282
KWD 0.362977
KYD 0.980948
KZT 551.941587
LAK 25738.545912
LBP 105323.658721
LKR 372.079529
LRD 216.836825
LSL 19.129256
LTL 3.47584
LVL 0.712051
LYD 7.440082
MAD 10.858693
MDL 20.234731
MGA 4872.254688
MKD 61.651359
MMK 2472.296006
MNT 4209.006996
MOP 9.494701
MRU 47.049368
MUR 54.479288
MVR 18.199298
MWK 2043.545569
MXN 20.378011
MYR 4.652719
MZN 75.285144
NAD 19.228911
NGN 1581.181742
NIO 43.225661
NOK 11.030141
NPR 174.774184
NZD 2.001628
OMR 0.454314
PAB 1.177137
PEN 4.045306
PGK 5.086542
PHP 70.18923
PKR 328.279802
PLN 4.230881
PYG 7498.949016
QAR 4.291961
RON 5.099568
RSD 116.981234
RUB 89.759361
RWF 1719.826891
SAR 4.415466
SBD 9.459221
SCR 16.734634
SDG 707.471968
SEK 10.787828
SGD 1.495465
SHP 0.878867
SLE 28.987545
SLL 24684.39658
SOS 672.749738
SRD 44.38594
STD 24364.780515
STN 24.779162
SVC 10.299503
SYP 130.112974
SZL 19.22891
THB 37.657698
TJS 11.099639
TMT 4.125937
TND 3.375503
TOP 2.834313
TRY 52.78892
TTD 7.995089
TWD 37.057346
TZS 3054.646858
UAH 51.820492
UGX 4359.250639
USD 1.177157
UYU 46.826016
UZS 14284.80486
VES 564.631808
VND 31000.438865
VUV 139.172438
WST 3.197923
XAF 654.64308
XAG 0.01453
XAU 0.000243
XCD 3.181327
XCG 2.121478
XDR 0.814166
XOF 655.092296
XPF 119.331742
YER 280.873969
ZAR 19.206739
ZMK 10595.832976
ZMW 22.394053
ZWL 379.044187
  • DAX

    547.7700

    24702.24

    +2.22%

  • TecDAX

    112.4600

    3765.52

    +2.99%

  • SDAX

    290.5200

    18268.79

    +1.59%

  • Euro STOXX 50

    124.4300

    6057.71

    +2.05%

  • MDAX

    1013.7500

    31952.1

    +3.17%

  • Goldpreis

    41.1000

    4849.4

    +0.85%

  • EUR/USD

    -0.0017

    1.1767

    -0.14%

Bosnien gedenkt des Massakers von Srebrenica vor 30 Jahren
Bosnien gedenkt des Massakers von Srebrenica vor 30 Jahren / Foto: Andrej ISAKOVIC - AFP

Bosnien gedenkt des Massakers von Srebrenica vor 30 Jahren

Es gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg: In Bosnien und in weiteren europäischen Ländern ist am Freitag des Massakers von Srebrenica vor 30 Jahren gedacht worden. An der Srebrenica-Gedenkstätte in Potocari bestatteten trauernde Angehörige die sterblichen Überreste von sieben Opfern. Auch in anderen Ländern wurde an das Massaker erinnert, der Bundestag in Berlin hielt eine Schweigeminute ab.

Textgröße:

Kurz vor dem Ende des Bosnienkriegs hatten Truppen des bosnisch-serbischen Armeechefs Ratko Mladic am 11. Juli 1995 die damalige UN-Schutzzone in Srebrenica gestürmt und mehr als 8000 muslimische Jungen und Männer verschleppt, getötet und in Massengräbern verscharrt. Den niederländischen UN-Soldaten wurde dabei später vorgeworfen, die Einnahme von Srebrenica geduldet zu haben.

Bis heute wurden die Überreste von mehr als 80 Prozent der Opfer gefunden und beigesetzt. Nach wie vor würden noch fast tausende Opfer gesucht, sagte die Sprecherin des Bosnischen Instituts für Vermisste, Emza Fazlic.

"Seit 30 Jahren tragen wir den Schmerz in unseren Seelen. Unsere Kinder wurden unschuldig in der UN-Schutzzone getötet", sagte die Vorsitzende der Vereinigung der Mütter von Srebrenica, Munira Subasic. Ihr Mann und ihr 17-jähriger Sohn waren getötet worden. "Europa und die Welt haben schweigend zugesehen, wie unsere Kinder ermordet wurden."

Im Gedenken an das Massaker hatten tausende Menschen am Dienstag einen hundert Kilometer langen Friedensmarsch vom ostbosnischen Dorf Nezuk, wo 1995 die ersten Überlebenden nach ihrer Flucht vor den bosnisch-serbischen Truppen eintrafen, nach Srebrenica unternommen, wo sie am Donnerstag eintrafen.

Am Freitag wurden sieben Opfer beigesetzt, darunter ein junger Mann und eine 67-Jährige. Ihre Familien hatten mehrere Jahre lang auf die Beisetzung gewartet in der Hoffnung, dass weitere Überreste gefunden würden. "Leider handelt es sich bei den meisten Opfern nur um unvollständige Überreste", sagte Fazlic. In einigen Fällen gebe es nur ein oder zwei Gebeine.

Auch im Ausland wurde an das Massaker erinnert. Der Bundestag erinnerte mit einer Schweigeminute und einer Plenardebatte an das Kriegsverbrechen. "Der Völkermord war auch ein Scheiten der Vereinen Nationen, deren Friedenstruppen den Schutzsuchenden genau das nicht boten - Schutz", sagte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Er stehe "daher auch für die Einsicht, dass die Durchsetzung von Menschenrechten konkretes, sehr konkretes, Handeln von uns allen verlangt".

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, sie ehre "die bosnischen Jungen und Männer, die Opfer des Völkermords von Srebrenica waren". Sie würdigte auch die Mütter, die "seit Jahrzehnten die Last dieses Verlustes" trügen. "Wir müssen uns an die Wahrheit erinnern und sie bewahren, damit künftige Generationen genau wissen, was in Srebrenica passiert ist."

Das Massaker von Srebrenica markierte die blutigste Phase des von 1992 bis 1995 dauernden Bosnienkrieges zwischen kroatischen, muslimischen und serbischen Bevölkerungsgruppen, in dem fast 100.000 Menschen getötet wurden. Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat den damaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic und seinen Armeechef Ratko Mladic wegen des Völkermordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, dessen Eltern Anfang der 90er Jahre aus Bosnien nach Deutschland flohen, forderte im Deutschlandfunk, nicht von einem Massaker, sondern von einem Genozid zu sprechen. "Es gibt einen Unterschied zwischen Massaker und Völkermord allein schon juristisch gesehen", sagte er. Bei einem Völkermord gehe es darum, bewusst Menschen einer ethnischen Gruppe zu töten, um diese auszulöschen.

Die Wunden des Krieges sind in Bosnien-Herzegowina weiterhin nicht verheilt. Das Balkanland ist seit dem Friedensabkommen von Dayton aufgeteilt in die überwiegend von bosnischen Serben bewohnte Republika Srpska und die kroatisch-muslimische Föderation Bosnien und Herzegowina.

Serbische Politiker wie der Präsident der Teilrepublik Srpska, Milorad Dodik, leugnen die in Srebrenica an Muslimen begangenen Verbrechen. "Die Serben haben in Srebrenica keinen Genozid begangen und es hat keinen gegeben", sagte Dodik Anfang Juli. Da er die Zuständigkeit von Justiz und Polizei des bosnischen Zentralstaates nicht anerkennt, lag zeitweise ein Haftbefehl gegen ihn vor.

Die Vereinten Nationen erklärten den 11. Juli im vergangenen Jahr zum Internationalen Gedenktag für den Völkermord von Srebrenica - gegen den Widerstand Serbiens.

G.Kuhn--NZN