Zürcher Nachrichten - USA greifen erneut Ziele im Iran an und wollen Blockade iranischer Häfen wieder aufnehmen

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USA greifen erneut Ziele im Iran an und wollen Blockade iranischer Häfen wieder aufnehmen
USA greifen erneut Ziele im Iran an und wollen Blockade iranischer Häfen wieder aufnehmen / Foto: SAUL LOEB - AFP

USA greifen erneut Ziele im Iran an und wollen Blockade iranischer Häfen wieder aufnehmen

Die US-Armee hat die dritte Nacht in Folge Ziele im Iran bombardiert. Der Einsatz habe rund fünf Stunden gedauert, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Dabei seien "militärische Ziele" in mehreren Hafenstädten im Süden des Iran ins Visier genommen worden. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Dienstagmorgen, sie hätten Raketen und Drohnen auf Waffenlager und eine Unterkunft für US-Soldaten in Bahrain abgefeuert. Die USA kündigten an, ihre Seeblockade gegen iranische Häfen am Abend wieder aufzunehmen.

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Die US-Armee griff nach eigenen Angaben unter andrem Verteidigungssysteme an der Küste sowie Drohnen- und Raketenanlagen an. In der Nähe der an der Straße von Hormus gelegenen Hafenstadt Bandar Abbas waren laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna mehrere Explosionen zu hören. "Wir werden sie heute Abend sehr hart treffen, und wir werden sie auch morgen hart treffen", hatte Trump kurz vor Beginn der neuen Angriffswelle gesagt.

Der Iran griff nach eigenen Angaben erneut Ziele in Bahrain an. Bei den Raketen- und Drohnenangriffen seien mehrere Waffenlager, "ein Satellitenkommunikationszentrum und ein Wohngebäude der US-Streitkräfte" auf einem Militärstützpunkt ins Visier genommen worden, teilten die iranischen Revolutionsgarden nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders Irib mit.

Die Vereinigten Arabischen Emirate warfen dem Iran vor, zwei ihrer Öltanker in der Straße von Hormus angegriffen zu haben. Ein Besatzungsmitglied sei dabei getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium in Abu Dhabi mit. Zudem gebe es acht Verletzte.

Das Ministerium verurteilte die Angriffe als einen "schwerwiegenden Verstoß (...) gegen das Völkerrecht, der die Sicherheit und Stabilität in der Region gefährdet". Die beiden Tanker waren den Angaben zufolge von iranischen Marschflugkörpern getroffen worden, als sie auf der südlichen Route in der Straße von Hormus in omanischen Hoheitsgewässern unterwegs waren.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein wichtiger Verbündeter der USA in der Golfregion und wurden wie Bahrain immer wieder zum Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.

Im Machtkampf um die strategisch wichtige Straße von Hormus kündigte Trump an, dass die USA die Kontrolle über die Meerenge übernehmen würden. Die US-Seeblockade soll nach Armeeangaben um 22.00 Uhr wieder aufgenommen werden. US-Militär werde "die Schiffe des Iran oder dessen Kunden daran hindern, ein- oder auszulaufen", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Für alle anderen Frachtschiffe würden die USA ab sofort eine Abgabe von "20 Prozent auf alle transportierten Güter" erheben.

Die iranische Militärführung erklärte, Teheran werde ein Eingreifen der USA in der Meerenge "unter keinen Umständen zulassen". Jede Zusammenarbeit der Golfstaaten mit Washington werde als "Kriegshandlung" betrachtet.

Seit Anfang April galt im Iran-Krieg eine brüchige Waffenruhe. In jüngster Zeit war es aber wegen des Streits um die freie Durchfahrt durch die für den weltweiten Handel wichtige Straße von Hormus immer wieder zu Kämpfen gekommen. Trump erklärte die Waffenruhe deshalb in der vergangenen Woche für beendet.

Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Rund die Hälfte der Zeit ist vorbei, ohne dass es eine Annäherung gegeben hätte.

Trotz der jüngsten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an. Trump sagte am Montag, er halte eine Verhandlungslösung weiterhin für möglich. "Ja, ich glaube, ein Abkommen ist möglich", sagte er im Weißen Haus. Irans Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei hatte zuvor gesagt, dass Rahmenabkommen sei "in der Krise". Teheran stehe aber weiter mit den Vermittlern Katar, Pakistan und Oman in Kontakt.

N.Zaugg--NZN