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Die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf Saudi-Arabien sind einstimmig vom UN-Sicherheitsrat verurteilt worden. Die Mitglieder des Sicherheitsrats verurteilten "aufs Schärfste die anhaltenden Angriffe (...), besonders jene, bei denen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verletzt wurden", hieß es am Freitag in einer Erklärung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen.
In der vom amtierenden Ratsvorsitzenden, Frankreichs Botschafter Jérôme Bonnafont, verlesenen Erklärung kritisierten die 15 Ratsmitglieder auch die Angriffe der vom Iran unterstützten Huthis auf Handelsschiffe im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab.
Der Sicherheitsrat rief zu "konkreter Zusammenarbeit" mit der international anerkannten Regierung im Jemen auf, um zu verhindern, dass die Huthis "Waffen und anderes Material, technische Unterstützung, Ausbildung sowie Finanzmittel" erhielten. Saudi-Arabien habe ein "Recht auf Selbstverteidigung".
Im Jemen kämpft die Huthi-Miliz seit Jahren gegen die international anerkannte Regierung, die wiederum von Saudi-Arabien unterstützt wird. Nach einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit Juli haben die gegenseitigen Attacken aber wieder stark zugenommen.
Kürzlich übernahm die Miliz nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet und für saudiarabische Ölexporte wichtig ist. Außerdem verhängten die Huthis eine Blockade saudiarabischer Häfen. Erst am Donnerstag hatte Riad mitgeteilt, einen Raketenangriff aus dem Jemen abgewehrt zu haben.
Der Iran, der seinerseits die Straße von Hormus weitgehend geschlossen hält, hatte ebenfalls am Donnerstag jede Verantwortung für das Verhalten der Huthis zurückgewiesen. Die Miliz "nimmt keine Anweisungen von uns entgegen", sagte Präsident Massud Peseschkian dem US-Sender Fox News. Es gebe keine "systematische Beziehung" mit den Huthis.
Wegen der jüngsten Huthi-Angriffe kamen nach türkischen Angaben am Freitag auch die Armeechefs des sogenannten Mekka-Verteidigungsabkommens zwischen Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei zusammen, um darüber zu beraten, wie die Verteidigung des Königreichs verstärkt werden könnte. Ankara veröffentlichte gemeinsame Fotos der drei Militärs, ohne indes mitzuteilen, wo sie aufgenommen wurden. Das Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass der türkische Generalstabschef nach Saudi-Arabien reisen würde, um an dem Treffen teilzunehmen.
Im vergangenen Monat hatten die drei Staaten eine als Mekka-Abkommen bezeichnete Vereinbarung unterzeichnet, die sie zur gegenseitigen Verteidigung im Falle eines Angriffs auf einen der Partner verpflichtet. Trotz dieser an die Nato-Beistandsklausel angelehnten Regelung sind bislang weder die Türkei noch Pakistan militärisch gegen die Huthis vorgegangen.
UN-Flüchtlingskommissar Barham Salih nannte die jüngste Eskalation im Jemen-Konflikt "höchst besorgniserregend". Die Zivilbevölkerung trage weiterhin die Hauptlast. "Zehntausende Menschen sind vertrieben worden. Tausende fliehen vor dem Konflikt und suchen Zuflucht in Dschibuti und anderen Regionen", sagte Salih.
H.Roth--NZN