Goldpreis
-40.0000
Am Ende seines munteren Kurzreferats über die griechischen Europameister von 2004 begann Jürgen Klopp zu singen. "Ohne Otto", rief der Bundestrainer, "wär' das nicht passiert!" Die ohnehin stark geforderte Dolmetscherin ermunterte er in Thessaloniki lachend, seine melodische Einlassung korrekt wiederzugeben: "Singen. Singen! Ich habe gesungen."
Vor der Nations-League-Revanche am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) sollte Klopp jene legendäre Elf, die unter Otto Rehhagel damals sensationell den Titel holte, mit der "goldenen Generation" von heute vergleichen. Der Bundestrainer "kramte in seinem Gedächtnis", er erinnerte sich: "Die Griechen haben damals mit relativ wenig Ballbesitz und Torchancen Spiele gegen Mannschaften gewonnen, die vorher besser eingestuft wurden. Und am Ende hat Charisteas den Ball reingehauen." Und zwar Angelos Charisteas, der damals für Werder Bremen stürmte.
Heute, sagte Klopp, besitzen die Griechen "eine Ansammlung von Topspielern, vor allem im Offensivbereich, die alle bei Topvereinen spielen. Alle können kicken, alle machen Tore. Es ist einfach eine gute Mannschaft." Allerdings wird Topstar Christos Tzolis vom FC Arsenal diesmal verletzungsbedingt fehlen. Das Hinspiel in Augsburg hatte Dimitrios Kourbelis (74.) mit seinem Tor zum 0:1 entschieden.
Klopp schaute noch einmal auf 2004 zurück: "Den großen Erfolg haben sie mit Otto gehabt." Also mit Otto Rehhagel, dem deutschen Nationaltrainer, der damit Heldenstatus erreichte. "Da haben wir schon auch einen Anteil dran."
Am Sonntag wäre ein deutscher Sieg auch mit Blick auf die Viertelfinalchancen in der Nations League wichtig. Definitiv werde seine Mannschaft "versuchen, hier ein deutlich besseres Ergebnis als im Hinspiel zu erzielen", betonte Klopp. Die DFB-Auswahl (4 Punkte) ist zur Halbzeit hinter dem ungeschlagenen Tabellenführer Griechenland (7) und den Niederlanden (5) Tabellendritter. Nur die ersten beiden Teams ziehen in die K.o.-Phase ein - und bekommen die Chance auf einen Titel. Wie einst "König Otto".
L.Zimmermann--NZN