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Das für Adolf Hitler gebaute Kehlsteinhaus im früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden ist niedergebrannt. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Ein 33-jähriger Verdächtiger wurde festgenommen und soll in einer Psychiatrie untergebracht werden, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund des in rund 1800 Metern Höhe liegenden Brandorts und des Wetters als äußerst schwierig, sie dauerten am Samstagnachmittag noch an. Verletzt wurde aber niemand.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim löste ein Rauchmelder des Kehlsteinhauses am Freitagabend gegen 21.50 Uhr Brandalarm aus. Die alarmierten Feuerwehren sahen bei der Anfahrt hoch aufschlagende Flammen, vor Ort wurde dann "der Vollbrand des Gebäudes feststellt".
Etwa 180 Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehren rückten aus, um den Großbrand in dem denkmalgeschützten Gebäude unter Kontrolle zu bringen. Dazu kamen 50 Polizistinnen und Polizisten. Sie sperrten die Straße, die zum Kehlsteinhaus führt. Zudem wurde eine Flugverbotszone für Drohnen eingerichtet.
Starker Wind, Schneeverwehungen und Eis hätten den Einsatzkräften zugesetzt, berichtete Kreisbrandrat Michael Brandl bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag. Gegen 2.00 Uhr in der Nacht habe der Löscheinsatz deshalb unterbrochen werden müssen. Er konnte demnach erst am Morgen fortgesetzt werden. Die Feuerwehr hoffe, im Lauf des Tages ihre Arbeiten abschließen zu können, betonte Brandl.
Der Brand sei "wohl auf Brandstiftung zurückzuführen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Pressekonferenz. Bei ihrer Anfahrt zum Kehlsteinhaus kam Polizei und Feuerwehr demnach ein verdächtiger Motorradfahrer ohne Kennzeichen entgegen. "In einem sehr spontanen Eingreifen" hätten die Einsatzkräfte den Motorradfahrer gestoppt und vorläufig festgenommen, betonte der Minister. Er sprach insgesamt von einem Einsatz "unter extrem schwierige Bedingungen".
Der Verdächtige sei 33 Jahre alt, habe Bezüge zum Berchtesgadener Land, wohne dort aber aktuell nicht, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Vietze von der Staatsanwaltschaft Traunstein. Es hätten sich konkrete Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Verdächtigen ergeben, welche ein Kurzgutachten bestätigte. Der 33-jährige Deutsche soll nun in einer Psychiatrie untergebracht werden.
Mögliche politische Motive würden geprüft, sagte Vietze. Die Ermittlungen dazu stünden allerdings noch ganz am Anfang. Hinweise auf weitere Täter gibt es den Behörden zufolge nicht.
Das 1937/38 erbaute Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden war Teil des sogenannten Führersperrgebietes Obersalzberg und sollte Hitler als Repräsentationsgebäude dienen. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude unbeschadet. Seit 1952 wird es als Gaststätte genutzt, eine Ausstellung erinnert an die Geschichte des Hauses. Mit 350.000 Besuchern pro Jahr ist das Kehlsteinhaus eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Bayerns.
Innenminister Herrmann kündigte bereits den Wiederaufbau des zerstören Gebäudes an. Es werde auf jeden Fall keine Ruine bleiben, sagte er. Das Haus sei mit einer besonderen Historie verbunden. "Es ist wichtig, dass wir die Erinnerungsarbeit auch weiterhin leisten."
A.Weber--NZN