Zürcher Nachrichten - Frankreichs endlose Rentenlast

EUR -
AED 4.194964
AFN 71.962329
ALL 95.607711
AMD 430.633064
ANG 2.044746
AOA 1047.455718
ARS 1597.169164
AUD 1.633408
AWG 2.056074
AZN 1.937983
BAM 1.947808
BBD 2.300461
BDT 140.154929
BGN 1.952481
BHD 0.434119
BIF 3390.787219
BMD 1.142263
BND 1.461603
BOB 7.892616
BRL 6.088954
BSD 1.142213
BTN 105.429411
BWP 15.564139
BYN 3.379633
BYR 22388.358054
BZD 2.297075
CAD 1.567813
CDF 2578.08801
CHF 0.903144
CLF 0.026534
CLP 1047.694983
CNY 7.877735
CNH 7.885249
COP 4206.042137
CRC 537.395008
CUC 1.142263
CUP 30.269974
CVE 109.814419
CZK 24.467299
DJF 203.395446
DKK 7.469419
DOP 70.172076
DZD 152.519197
EGP 59.872586
ERN 17.133947
ETB 178.286769
FJD 2.545759
FKP 0.858727
GBP 0.862717
GEL 3.11834
GGP 0.858727
GHS 12.404105
GIP 0.858727
GMD 83.968708
GNF 10012.915882
GTQ 8.759061
GYD 238.959522
HKD 8.941847
HNL 30.233947
HRK 7.538477
HTG 149.765495
HUF 392.485624
IDR 19372.840409
ILS 3.591663
IMP 0.858727
INR 105.756264
IQD 1496.260674
IRR 1509757.783542
ISK 144.265995
JEP 0.858727
JMD 179.214662
JOD 0.809911
JPY 182.340006
KES 147.733832
KGS 99.89057
KHR 4580.206897
KMF 492.315655
KPW 1028.036787
KRW 1716.535902
KWD 0.351166
KYD 0.951795
KZT 559.16568
LAK 24474.578059
LBP 102280.730681
LKR 355.471461
LRD 209.012399
LSL 19.183488
LTL 3.372806
LVL 0.690944
LYD 7.288096
MAD 10.757561
MDL 19.925244
MGA 4742.540823
MKD 61.388118
MMK 2398.079178
MNT 4076.711204
MOP 9.207521
MRU 45.698494
MUR 53.127208
MVR 17.648461
MWK 1980.473893
MXN 20.473351
MYR 4.4988
MZN 73.001428
NAD 19.183488
NGN 1582.606175
NIO 42.027556
NOK 11.156005
NPR 168.686859
NZD 1.97274
OMR 0.439203
PAB 1.142114
PEN 3.938839
PGK 4.994507
PHP 68.067038
PKR 318.920633
PLN 4.270853
PYG 7368.76513
QAR 4.151964
RON 5.097466
RSD 116.890386
RUB 91.630602
RWF 1666.761092
SAR 4.286839
SBD 9.197181
SCR 17.439444
SDG 686.500582
SEK 10.812155
SGD 1.46549
SHP 0.856993
SLE 28.04248
SLL 23952.699825
SOS 651.626304
SRD 42.88965
STD 23642.541316
STN 24.399885
SVC 9.993994
SYP 126.248614
SZL 19.177313
THB 36.927147
TJS 10.94768
TMT 3.997921
TND 3.37784
TOP 2.750295
TRY 50.476467
TTD 7.746216
TWD 36.774707
TZS 2975.292043
UAH 50.368233
UGX 4294.379678
USD 1.142263
UYU 45.881742
UZS 13791.412287
VES 505.685187
VND 30034.667687
VUV 135.076355
WST 3.124335
XAF 653.276533
XAG 0.014183
XAU 0.000227
XCD 3.087023
XCG 2.058454
XDR 0.812466
XOF 653.276533
XPF 119.331742
YER 272.486584
ZAR 19.332787
ZMK 10281.734904
ZMW 22.231781
ZWL 367.808273
  • Goldpreis

    -37.1000

    5024.6

    -0.74%

  • DAX

    -142.4100

    23447.29

    -0.61%

  • SDAX

    -236.5700

    16784.93

    -1.41%

  • Euro STOXX 50

    -32.2800

    5716.61

    -0.56%

  • MDAX

    -423.9400

    28819.46

    -1.47%

  • TecDAX

    -4.9700

    3574.39

    -0.14%

  • EUR/USD

    -0.0083

    1.1434

    -0.73%


Frankreichs endlose Rentenlast




Frankreich gehört zu den europäischen Staaten mit den höchsten Rentenausgaben. Fast 14 % der jährlichen Wirtschaftsleistung fließen in Renten – rund vier Prozentpunkte mehr als in Deutschland und deutlich über dem EU‑Durchschnitt. Pensionen machen mehr als ein Viertel des staatlichen Budgets aus. Die großzügigen Leistungen sorgen dafür, dass Armut im Alter selten ist, doch sie zementieren ein System, in dem Menschen bei guter Gesundheit sehr früh aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Laut offiziellen Daten verbringen französische Männer im Schnitt mehr als 23 Jahre im Ruhestand, während es in Deutschland rund 19 Jahre sind. Gleichzeitig wird die Bevölkerung älter und die Zahl der Beitragszahler schrumpft. Die Kombination aus frühzeitigem Renteneintritt, hoher Lebenserwartung und hohen Auszahlungen lässt die jährlichen Defizite ansteigen, selbst wenn die Einnahmen dank Inflation vorübergehend gestiegen sind.

Reformversuche und ihre Grenzen
Um das Finanzloch zu verkleinern, wurde 2023 ein Gesetz beschlossen, das das gesetzliche Rentenalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre erhöhen und die erforderliche Beitragsdauer verlängern soll. Der unabhängige Rechnungshof rechnete vor, dass diese Reform dem Staat bis 2027 etwa 17 Milliarden Euro pro Jahr einspart. Dennoch prognostizierte die Behörde, dass der jährliche Fehlbetrag des Rentensystems ab Mitte des Jahrzehnts wieder auf mehrere Milliarden anwachsen und bis 2045 rund 30 Milliarden Euro erreichen wird. Ohne Anpassungen drohen nach Berechnungen langfristig zusätzliche Schulden von rund 470 Milliarden Euro. Wirtschaftsprüfer weisen außerdem darauf hin, dass Frankreichs hohe Sozialbeiträge die Lohnkosten treiben und so die Wettbewerbsfähigkeit schmälern.

Die Regierung argumentierte, dass nur eine Kombination aus späterem Renteneintritt, niedrigerem Leistungsniveau und höheren Steuern den Systemabsturz verhindern könne. Doch jede Änderung stößt auf massiven Widerstand. Gewerkschaften organisierten 2023 landesweite Streiks, Hunderttausende gingen auf die Straße, und im zersplitterten Parlament verhinderten linke und rechte Fraktionen eine breite Mehrheit für Strukturreformen. Selbst das moderate Anheben des Rentenalters löste Misstrauensanträge gegen die jeweiligen Regierungen aus.

Politischer Stillstand
Im Herbst 2025 erreichte die Krise einen neuen Höhepunkt. Um eine sofortige Regierungssturz zu verhindern, versprach der neue Premierminister, die umstrittene Reform bis nach der Präsidentschaftswahl 2027 auszusetzen. Der Preis: zusätzliche Kosten von etwa 400 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2026 und 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2027. Dieses Zugeständnis verschaffte der Minderheitsregierung eine kurze Atempause, doch gleichzeitig wurden die Einsparungen der Reform wieder zunichte gemacht. Der oberste EU‑Wirtschaftskommissar warnte, dass eine Verschiebung der Reform zwar politisch notwendig scheine, aber einen hohen finanziellen Preis habe und durch andere Einschnitte kompensiert werden müsse, wenn die Schuldenquote nicht weiter steigen solle.

Die Staatsverschuldung liegt bereits bei fast 118 % des Bruttoinlandsprodukts, und das Haushaltsdefizit betrug im Jahr 2024 5,8 % der Wirtschaftsleistung. Das Ziel, den Fehlbetrag bis 2026 auf unter fünf Prozent zu drücken, basiert auf optimistischen Wachstumsannahmen und massiven Kürzungen. Die Hälfte der geplanten 30 Milliarden Euro Einsparungen soll durch Steuererhöhungen auf Vermögen, Top‑Einkommen und große Unternehmen kommen; außerdem sollen Sozialleistungen und Pensionen bis 2030 langsamer als die Inflation steigen. Kritikern zufolge wird damit vor allem die Mittelschicht belastet, während eine breite Vermögenssteuer ausbleibt. Das unabhängige Haushaltsgremium bezweifelt, dass diese Maßnahmen in der politischen Realität umgesetzt werden können.

Wirtschaftliche Folgen
Finanzmärkte reagierten zunächst erleichtert auf die Verschiebung des Rentengesetzes, da sie einen erneuten Regierungssturz abwendete. Die Renditen für französische Staatsanleihen sanken kurzzeitig, das Risiko gegenüber deutschen Anleihen blieb aber hoch. Nur wenige Tage später senkte eine Ratingagentur Frankreichs Bonität wegen der ungelösten Haushaltsprobleme. Eine weitere Herabstufung durch andere Agenturen wird erwartet. Ökonomen warnen, dass Frankreichs Zinskosten stark steigen könnten, wenn keine glaubhafte Konsolidierung gelingt.

Die strukturelle Schieflage belastet auch die Realwirtschaft. Hohe Abgaben auf Löhne dämpfen die Beschäftigung, insbesondere bei gut bezahlten Stellen. Frankreichs Beschäftigungsquote liegt mit knapp 68 % deutlich unter dem Durchschnitt des Euroraums. Ein späterer Eintritt in den Ruhestand würde die Erwerbsbevölkerung vergrößern und das Beitragsaufkommen erhöhen. Doch ein breiter gesellschaftlicher Konsens dafür fehlt. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen den Generationen: Pensionäre genießen eine im europäischen Vergleich hohe Ersatzquote und niedrige Armutsrisiken, während junge Menschen höhere Beiträge und stagnierende Reallöhne verkraften müssen.

„Aufgeben“ als bittere Realität?
Der Titel „Frankreich gibt auf“ drückt die düstere Stimmung aus, die sich im Herbst 2025 breitgemacht hat. Politisch ist das Land gelähmt, und jede Regierung scheitert an der Aufgabe, die Rentenfinanzen zu stabilisieren. Die Aussetzung der Reform zeigt, dass das Thema so toxisch ist, dass Premierminister lieber auf dringend benötigte Einsparungen verzichten, als sich weiter mit Protesten und Misstrauensvoten zu konfrontieren. Wirtschaftswissenschaftler sprechen von einer „demografischen Geiselhaft“: Ältere Wähler stellen die größte Wählergruppe und blockieren Änderungen, die ihre Ansprüche schmälern könnten.

Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass das Problem nicht durch kreative Buchführung oder moderate Anpassungen gelöst werden kann. Ohne tiefgreifende Veränderungen – sei es durch längere Erwerbsarbeitszeit, geringere Pensionen oder eine andere Finanzierung – wird der Rentenapparat immer größere Teile des Staatshaushalts verschlingen. Frankreich steht damit stellvertretend für viele europäische Länder: Der demografische Wandel und populistische Blockaden lassen die Rentensysteme zu finanziellen Zeitbomben werden. Ob es gelingt, diese Explosion zu verhindern, hängt davon ab, ob Politik und Gesellschaft bereit sind, unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen zu treffen.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...