Zürcher Nachrichten - Lage am Arbeitsmarkt im Februar unverändert schlecht - drei Millionen Arbeitslose

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Lage am Arbeitsmarkt im Februar unverändert schlecht - drei Millionen Arbeitslose
Lage am Arbeitsmarkt im Februar unverändert schlecht - drei Millionen Arbeitslose / Foto: CHRISTOF STACHE - AFP

Lage am Arbeitsmarkt im Februar unverändert schlecht - drei Millionen Arbeitslose

Die Lage am Arbeitsmarkt ist im Februar nahezu unverändert schlecht geblieben. Weiterhin waren etwas mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank demnach um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat legte sie um 0,1 Prozentpunkte zu. Der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach von einer "Arbeitsmarktkrise".

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Die Zahl der Arbeitslosen sank den Angaben der BA zufolge im Vergleich zum Vormonat leicht um 15.000 auf 3.070.000. Saisonbereinigt ergibt sich demnach ein minimales Plus von 1000 Arbeitssuchenden. "Auch zum Ende der Winterpause kommt der Arbeitsmarkt nicht in Schwung", erklärte BA-Chefin Andrea Nahles. "Die Arbeitslosigkeit verändert sich kaum und bleibt über drei Millionen."

"Das schwierige konjunkturelle Umfeld ermöglicht noch keine Erholung am Arbeitsmarkt", stellte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) fest. Sie setze aber große Hoffnung in das 500 Milliarden Euro schwere Investitionspaket der Bundesregierung. Damit setze Berlin "einen starken Impuls zur Stärkung der Wirtschaft und zur Sicherung von Arbeitsplätzen".

"Mit einem Sinken der Arbeitslosigkeit ist erst zum Jahresende zu rechnen, wenn die Konjunktur wie erwartet weiter Fahrt aufgenommen hat", erklärte der Konjunkturforscher Martin Müller von der Förderbank KfW. "Über die vergangenen vier Jahre ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland um etwa 500.000 gestiegen", erklärte der ING-Analyst Carsten Brzeski. Dies sei angesichts der seit mehr als fünf Jahren stagnierenden Wirtschaft und schwerwiegender struktureller Herausforderungen zu erwarten gewesen.

Hinzu komme nun ein "struktureller Wandel auf dem Arbeitsmarkt": Die Erwerbsbevölkerung schrumpfe wegen des demografischen Wandels, es gebe sektorale und geografische Verschiebungen wegen der Digitalisierung und des technologischen Fortschritts und zugleich erschwere die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz den Arbeitseintritt für junge Menschen, ergänzte Brzeski.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, die Probleme am Arbeitsmarkt "unverzüglich zur Chefsache" zu machen. "Viel zu wenig Ausbildungsplätze für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger schicken hunderttausende junge Menschen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss in die Abwärtsspirale. Gleichzeitig fehlen in vielen Branchen die Fachkräfte."

L.Muratori--NZN