Zürcher Nachrichten - Japan‑China‑Streit um Taiwan

EUR -
AED 4.237821
AFN 74.424813
ALL 91.522025
AMD 419.062062
ANG 2.065964
AOA 1059.31184
ARS 1740.907125
AUD 1.618382
AWG 2.078524
AZN 1.955017
BAM 1.947714
BBD 2.325197
BDT 142.458577
BGN 1.94258
BHD 0.435302
BIF 3443.792479
BMD 1.153934
BND 1.463736
BOB 14.372271
BRL 5.912532
BSD 1.154432
BTN 110.248775
BWP 15.552702
BYN 3.506135
BYR 22617.114077
BZD 2.321821
CAD 1.60368
CDF 2662.126969
CHF 0.944755
CLF 0.027455
CLP 1084.086446
CNY 7.74088
CNH 7.740465
COP 3569.592187
CRC 520.052248
CUC 1.153934
CUP 30.579261
CVE 109.809597
CZK 24.288877
DJF 205.580976
DKK 7.47551
DOP 67.949377
DZD 154.098684
EGP 59.675003
ERN 17.309016
ETB 186.34999
FJD 2.550776
FKP 0.852912
GBP 0.855798
GEL 2.994344
GGP 0.852912
GHS 13.230018
GIP 0.852912
GMD 84.804653
GNF 10148.767588
GTQ 8.814445
GYD 241.526247
HKD 9.050793
HNL 30.984902
HRK 7.534501
HTG 150.887507
HUF 365.479295
IDR 20376.173488
ILS 3.527122
IMP 0.852912
INR 110.554534
IQD 1512.321532
IRR 1586198.215172
ISK 139.661137
JEP 0.852912
JMD 182.356101
JOD 0.818129
JPY 178.312896
KES 149.411882
KGS 100.911378
KHR 4681.685495
KMF 490.421895
KPW 1038.541319
KRW 1551.966792
KWD 0.356347
KYD 0.962027
KZT 520.938587
LAK 25829.10511
LBP 103382.092518
LKR 379.529301
LRD 201.441959
LSL 18.641053
LTL 3.407268
LVL 0.698003
LYD 7.301844
MAD 10.787867
MDL 20.006117
MGA 4969.455223
MKD 61.387184
MMK 2422.976028
MNT 4149.408524
MOP 9.325087
MRU 46.421286
MUR 54.373925
MVR 17.828045
MWK 2001.824037
MXN 19.683992
MYR 4.683127
MZN 73.747916
NAD 18.641214
NGN 1529.413168
NIO 42.484727
NOK 10.759255
NPR 176.401483
NZD 1.999312
OMR 0.443679
PAB 1.154402
PEN 3.882283
PGK 5.211365
PHP 72.532868
PKR 320.044455
PLN 4.337368
PYG 6836.764994
QAR 4.208148
RON 5.252365
RSD 117.375041
RUB 96.932589
RWF 1702.860017
SAR 4.328956
SBD 9.246483
SCR 15.777179
SDG 694.095753
SEK 11.271037
SGD 1.466287
SHP 0.854228
SLE 28.328792
SLL 24197.417857
SOS 659.772362
SRD 43.755466
STD 23884.112123
STN 24.399234
SVC 10.101283
SYP 15003.455254
SZL 18.644003
THB 38.352742
TJS 10.678376
TMT 4.05031
TND 3.369327
TOP 2.778397
TRY 56.107178
TTD 7.83564
TWD 36.674327
TZS 3044.226675
UAH 51.423106
UGX 4467.433898
USD 1.153934
UYU 46.467892
UZS 13575.581565
VES 959.436099
VND 29983.254266
VUV 135.300175
WST 3.157152
XAF 655.957
XAG 0.018253
XAU 0.000268
XCD 3.118565
XCG 2.080562
XDR 0.815891
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 273.53952
ZAR 18.742191
ZMK 10386.796588
ZMW 22.281078
ZWL 371.566403
SSP 6518.864303
MXV 2.232179
  • MDAX

    -467.0100

    31196.78

    -1.5%

  • Euro STOXX 50

    -61.8500

    6263.28

    -0.99%

  • SDAX

    -120.4400

    18226.14

    -0.66%

  • TecDAX

    -7.7100

    3972.77

    -0.19%

  • DAX

    -99.8400

    25468.72

    -0.39%

  • EUR/USD

    -0.0050

    1.1551

    -0.43%

  • Goldpreis

    -77.5000

    4331.4

    -1.79%


Japan‑China‑Streit um Taiwan




Das Verhältnis zwischen Japan und China ist im Herbst und Winter 2025 auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Auslöser war eine Aussage der seit Oktober amtierenden japanischen Premierministerin Sanae Takaichi, die am 7. November im Haushaltsausschuss des Unterhauses gefragt wurde, wie Tokio auf eine chinesische Invasion oder Blockade Taiwans reagieren würde. Erstmals benannte ein Regierungschef konkret, dass ein chinesischer Angriff auf Taiwan, bei dem auch US‑Truppen ins Fadenkreuz geraten, eine „Japan in seiner Existenz bedrohende Lage“ darstellen würde. Dieser juristische Begriff aus dem japanischen Sicherheitsrecht verpflichtet die Regierung, die Selbstverteidigungsstreitkräfte einzusetzen, wenn eine ausländische Attacke das Überleben des Landes gefährdet. Japans bisherige Strategien der bewussten Unklarheit waren damit passé; die Premierministerin stellte klar, dass Taiwans Sicherheit unmittelbar mit Japans Schicksal verknüpft sei.

Empörte Reaktionen aus Peking
Die Reaktion aus der Volksrepublik China fiel scharf aus. Schon am Folgetag veröffentlichte der chinesische Generalkonsul in Osaka einen inzwischen gelöschten Beitrag, in dem er Takaichi unverblümt drohte, ihre „schmutzigen Köpfe“ müssten abgeschlagen werden. Aus Sicht der chinesischen Führung verletzte Tokio damit eine rote Linie. In mehreren amtlichen Kommentaren warf die kommunistische Staatsführung Japan vor, „militaristische Reflexe“ zu zeigen, die Nachkriegsordnung zu unterminieren und sich in innere Angelegenheiten einzumischen. Außenminister Wang Yi stellte Takaichi an den Pranger und verkündete die Kampagne der „drei niemals“: China werde „niemals zulassen, dass japanische Rechtsnationalisten das Rad der Geschichte zurückdrehen“, „niemals zulassen, dass ausländische Kräfte sich in Taiwan einmischen“ und „niemals eine Wiedergeburt japanischer Militarismus zulassen“.

Die Volksrepublik brachte den Streit sogar vor die Vereinten Nationen. Der chinesische UN‑Botschafter Fu Cong schickte ein Schreiben an Generalsekretär António Guterres, in dem er Japan bezichtigte, erstmals militärische Interventionen auf der Taiwan‑Frage anzudrohen und damit internationales Recht zu verletzen. Staatsmedien wie die Volkszeitung („Zhong Sheng“-Kolumnen) warfen Japan eine Anknüpfung an vergangene Aggressionen vor und stilisierten Peking als Opfer.

Wirtschaftliche Bestrafung
Die diplomatische Offensive blieb nicht ohne materielle Folgen. Die chinesische Regierung rief am 14. November dazu auf, Reisen nach Japan zu vermeiden; große Reiseunternehmen stornierten daraufhin Touren und stoppten die Bearbeitung von Touristenvisa. Innerhalb weniger Tage brach bei einem auf chinesische Gruppen spezialisierten Tokioter Reiseveranstalter die Buchungslage um 80 Prozent ein. Tourismus trägt rund sieben Prozent zum japanischen Bruttoinlandsprodukt bei; Besucher aus China und Hongkong machen rund ein Fünftel aller Besucher aus. Nomura schätzt, dass der Boykott Japan jährlich rund 2,2 Billionen Yen (14 Milliarden US‑Dollar) kosten könnte; mehr als zehn chinesische Fluggesellschaften erstatten Hunderttausende Tickets.

Parallel fror Peking die Wiedereinfuhr von japanischen Meeresfrüchten wieder ein, obwohl der vorherige Bann erst wenige Monate zuvor aufgehoben worden war. Offiziell begründete das Außenministerium den Schritt mit „Sicherheitsbedenken“; zugleich betonte Sprecherin Mao Ning, dass Takaichis Äußerungen einen Aufschrei in der chinesischen Bevölkerung ausgelöst hätten und „selbst wenn Meeresprodukte geliefert würden, gäbe es keinen Markt dafür“. Staatliche Stellen stoppten die Zulassung japanischer Filme und Konzerte; Sängerinnen wie Ayumi Hamasaki standen vor leeren Hallen, und ein Auftritt in Shanghai wurde sogar während des Programms abgebrochen.

Militärische Spannungen
Die aufgeheizte Stimmung übertrug sich auch auf das Militär. Am 7. Dezember meldete Tokio, dass Kampfjets vom Typ J‑15 der chinesischen Marine bei zwei Vorfällen ihre Feuerleitradarstrahlen auf japanische F‑15 richteten. Eine solche „Radarausleuchtung“ gilt im Luftkampf als Vorbereitung eines Angriffs und zwingt das Ziel oft zu Ausweichmanövern. Premierministerin Takaichi kritisierte die Aktion als „gefährlichen Akt“ und erstattete Protest; Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi kündigte an, Japan werde „entschlossen und besonnen“ reagieren.

Chinas Marine wies die Vorwürfe zurück. Laut Marinekolonel Wang Xuemeng hätten japanische Maschinen die ordnungsgemäß angekündigten Trägerübungen östlich der Miyako‑Meerenge gestört. Gleichwohl gilt der Vorfall als die ernsteste militärische Konfrontation zwischen beiden Ländern seit Jahren. Australiens Verteidigungsminister Richard Marles, zu Gesprächen in Tokio, zeigte sich „zutiefst besorgt“ und versprach Unterstützung für Japan beim Schutz der regelbasierten Ordnung. Die Eskalation verdeutlicht die strategische Bedeutung der Region: Taiwan liegt nur etwa 110 Kilometer von Japans westlichster Insel Yonaguni entfernt; die japanischen Inseln beherbergen die größte Konzentration amerikanischer Streitkräfte außerhalb der USA.

Vertiefte Beziehungen zu Taiwan
Während Peking Druck ausübt, sucht Tokio den Schulterschluss mit Taipei. Am 22. Dezember traf sich der geschäftsführende LDP‑Generalsekretär Koichi Hagiuda mit Taiwans Präsident Lai Ching‑te. Beide sprachen von den „bisher besten Beziehungen“ und vereinbarten, die Zusammenarbeit – insbesondere bei Halbleitern – auszuweiten. Hagiuda bedankte sich für die Aufhebung taiwanischer Importverbote für japanische Lebensmittel und warb für eine breitere Kooperation. Präsident Lai betonte, dass Japan einen größeren Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Taiwan‑Straße leisten könne und dass Demokratien geeint nicht zu schlagen seien.

Die Begegnung unterstreicht, dass Tokios Politik nicht nur von sicherheitspolitischen Erwägungen, sondern auch von wirtschaftlichen Abhängigkeiten geprägt ist. Taiwan produziert über die Hälfte der weltweiten Halbleiter und rund neunzig Prozent der modernsten Chips; eine Blockade der Insel würde die Lieferketten in der Automobil‑, Verteidigungs‑ und Elektronikindustrie in Europa und Nordamerika binnen Wochen erschüttern. Entsprechend bemüht sich Japan darum, seine Versorgungsketten zu diversifizieren und die Partnerschaften mit Taiwan, Südkorea und den USA zu vertiefen.

Hintergründe und internationale Dimensionen
Japans „Ein‑China‑Politik“ bleibt seit 1972 bewusst ambivalent. In der gemeinsamen Erklärung mit der Volksrepublik erkannte Tokio Peking als einzige legitime Regierung Chinas an und erklärte, es „verstehe und respektiere“ Chinas Auffassung, dass Taiwan zum unveräußerlichen Territorium der VR China gehöre. Es akzeptierte diese Auffassung jedoch nicht ausdrücklich. Japan behält somit Spielraum, mit Taiwan inoffizielle Beziehungen zu pflegen.

Die Insel liegt strategisch auf wichtigen See‑ und Luftwegen, die Japan mit Südostasien, dem Indischen Ozean und darüber hinaus verbinden. Eine Krise im Taiwan‑Straßensystem könnte Japans Energie‑ und Warenströme empfindlich treffen. Zugleich bindet die USA‑Japan‑Sicherheitsallianz Tokio an Washington; die USA erwarten inzwischen nicht nur militärische, sondern auch wirtschaftliche Beiträge zur Abschreckung Chinas. Die Europäische Union sieht sich ebenfalls herausgefordert: In Brüssel warnt man, dass wirtschaftliche Verflechtungen nicht vor Konflikten schützen und dass die eigene Abhängigkeit von Lieferketten rund um Taiwan ein Risiko darstellt. Analysten fordern eine engere Koordinierung mit Japan und anderen indo‑pazifischen Partnern, um sich gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen zu wappnen und Versorgungssicherheit zu schaffen.

Was haben Japan und China vor?
Aus chinesischer Sicht dient der derzeitige Druck als Signal an Tokio und andere Staaten, sich aus der Taiwan‑Frage herauszuhalten. Durch eine Kombination aus scharfer Rhetorik, wirtschaftlicher Bestrafung und gezielten militärischen Provokationen versucht Peking, Japan zu isolieren und Taiwan zu schwächen, ohne einen offenen Konflikt zu riskieren. Dabei nutzt es die Größe des eigenen Marktes und die Abhängigkeit Japans von chinesischen Touristen und Exporten, um politischen Einfluss auszuüben.

Japan wiederum will mit seiner deutlicheren Positionierung zwei Ziele erreichen: Einerseits soll Abschreckung gegenüber China aufgebaut werden, indem Peking signalisiert wird, dass ein Angriff auf Taiwan zwangsläufig auch Japan und die USA involvieren würde. Andererseits versucht Tokio, die internationale Gemeinschaft hinter sich zu versammeln. Die Regierung setzt auf engere Sicherheitskooperation mit Verbündeten wie den Vereinigten Staaten, Australien, Südkorea und europäischen Partnern, investiert in moderne Rüstung und diversifiziert Lieferketten. Trotz des Schlagabtauschs bemüht sich Tokio aber, die Eskalationsspirale zu vermeiden: Offizielle Stellen betonen Gesprächsbereitschaft und die Bedeutung stabiler Beziehungen, während sie gleichzeitig an ihrer Taiwan‑Position festhalten.

Beobachter erwarten, dass sich das Verhältnis der beiden asiatischen Schwergewichte zu einer „kontrollierten Rivalität“ entwickelt. Offizielle Dialogkanäle und wirtschaftlicher Austausch dürften fortbestehen, doch werden wirtschaftliche Zwangsmittel, diplomatische Kampagnen und militärische Zwischenfälle Teil des neuen Normalzustands. Solange die strukturellen Konfliktlinien – die ungeklärte Taiwan‑Frage, die Sicherheitsallianz zwischen Japan und den USA und das Ringen um die regionale Ordnung – bestehen, bleibt das Risiko weiterer Krisen hoch. Eine nachhaltige Entspannung setzt voraus, dass alle Seiten die Vorteile einer regelbasierten Ordnung über kurzfristige Machtpolitik stellen.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...