Zürcher Nachrichten - Japan‑China‑Streit um Taiwan

EUR -
AED 4.294721
AFN 76.01227
ALL 96.967353
AMD 445.749312
ANG 2.093746
AOA 1072.364952
ARS 1712.860023
AUD 1.743797
AWG 2.082458
AZN 1.985389
BAM 1.962197
BBD 2.353292
BDT 142.775442
BGN 1.949078
BHD 0.44081
BIF 3458.13602
BMD 1.169427
BND 1.503071
BOB 8.091308
BRL 6.279585
BSD 1.168519
BTN 105.230698
BWP 15.677577
BYN 3.421282
BYR 22920.774763
BZD 2.349881
CAD 1.622504
CDF 2642.905475
CHF 0.930501
CLF 0.026744
CLP 1049.140261
CNY 8.159504
CNH 8.149803
COP 4343.135989
CRC 581.013955
CUC 1.169427
CUP 30.989823
CVE 110.624686
CZK 24.282689
DJF 208.070079
DKK 7.472839
DOP 74.395069
DZD 151.957694
EGP 55.102943
ERN 17.541409
ETB 181.667773
FJD 2.668166
FKP 0.872356
GBP 0.868802
GEL 3.151629
GGP 0.872356
GHS 12.525726
GIP 0.872356
GMD 86.537239
GNF 10227.823305
GTQ 8.959091
GYD 244.414692
HKD 9.117966
HNL 30.814033
HRK 7.538714
HTG 153.036089
HUF 386.170035
IDR 19694.324887
ILS 3.694741
IMP 0.872356
INR 105.477488
IQD 1530.683419
IRR 49262.124516
ISK 147.219119
JEP 0.872356
JMD 185.042726
JOD 0.82913
JPY 184.47832
KES 150.797365
KGS 102.258815
KHR 4692.518108
KMF 495.837212
KPW 1052.48516
KRW 1716.509011
KWD 0.359692
KYD 0.973682
KZT 596.880911
LAK 25257.554549
LBP 104631.890296
LKR 361.220653
LRD 209.731024
LSL 19.337705
LTL 3.453014
LVL 0.707375
LYD 6.337715
MAD 10.790183
MDL 19.804647
MGA 5417.82403
MKD 61.588042
MMK 2455.810692
MNT 4161.065013
MOP 9.382145
MRU 46.939051
MUR 54.577248
MVR 18.079527
MWK 2026.091601
MXN 20.948417
MYR 4.750797
MZN 74.724764
NAD 19.337705
NGN 1665.229517
NIO 43.002208
NOK 11.764825
NPR 168.378827
NZD 2.031324
OMR 0.449644
PAB 1.168399
PEN 3.92961
PGK 4.985487
PHP 69.302612
PKR 327.071133
PLN 4.208839
PYG 7732.273005
QAR 4.259449
RON 5.092158
RSD 117.367208
RUB 92.319574
RWF 1703.024603
SAR 4.38559
SBD 9.507696
SCR 17.416544
SDG 703.408654
SEK 10.723754
SGD 1.503445
SHP 0.877373
SLE 28.212395
SLL 24522.309714
SOS 666.607314
SRD 44.661593
STD 24204.783711
STN 24.58129
SVC 10.223415
SYP 12933.36863
SZL 19.33227
THB 36.520007
TJS 10.877721
TMT 4.092995
TND 3.420622
TOP 2.815701
TRY 50.437983
TTD 7.930922
TWD 36.98349
TZS 2923.141326
UAH 50.398104
UGX 4206.67762
USD 1.169427
UYU 45.487705
UZS 14148.061595
VES 380.043589
VND 30717.931178
VUV 140.67703
WST 3.255662
XAF 658.130617
XAG 0.013886
XAU 0.000255
XCD 3.160436
XCG 2.105783
XDR 0.818493
XOF 658.108032
XPF 119.331742
YER 278.850097
ZAR 19.191647
ZMK 10526.250031
ZMW 22.637992
ZWL 376.555108
  • SDAX

    24.7500

    18143.32

    +0.14%

  • Euro STOXX 50

    -15.9000

    5981.57

    -0.27%

  • MDAX

    18.9200

    32186.09

    +0.06%

  • TecDAX

    -2.2600

    3817.98

    -0.06%

  • Goldpreis

    97.8000

    4598.7

    +2.13%

  • EUR/USD

    0.0046

    1.1685

    +0.39%

  • DAX

    25.7200

    25287.36

    +0.1%


Japan‑China‑Streit um Taiwan




Das Verhältnis zwischen Japan und China ist im Herbst und Winter 2025 auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Auslöser war eine Aussage der seit Oktober amtierenden japanischen Premierministerin Sanae Takaichi, die am 7. November im Haushaltsausschuss des Unterhauses gefragt wurde, wie Tokio auf eine chinesische Invasion oder Blockade Taiwans reagieren würde. Erstmals benannte ein Regierungschef konkret, dass ein chinesischer Angriff auf Taiwan, bei dem auch US‑Truppen ins Fadenkreuz geraten, eine „Japan in seiner Existenz bedrohende Lage“ darstellen würde. Dieser juristische Begriff aus dem japanischen Sicherheitsrecht verpflichtet die Regierung, die Selbstverteidigungsstreitkräfte einzusetzen, wenn eine ausländische Attacke das Überleben des Landes gefährdet. Japans bisherige Strategien der bewussten Unklarheit waren damit passé; die Premierministerin stellte klar, dass Taiwans Sicherheit unmittelbar mit Japans Schicksal verknüpft sei.

Empörte Reaktionen aus Peking
Die Reaktion aus der Volksrepublik China fiel scharf aus. Schon am Folgetag veröffentlichte der chinesische Generalkonsul in Osaka einen inzwischen gelöschten Beitrag, in dem er Takaichi unverblümt drohte, ihre „schmutzigen Köpfe“ müssten abgeschlagen werden. Aus Sicht der chinesischen Führung verletzte Tokio damit eine rote Linie. In mehreren amtlichen Kommentaren warf die kommunistische Staatsführung Japan vor, „militaristische Reflexe“ zu zeigen, die Nachkriegsordnung zu unterminieren und sich in innere Angelegenheiten einzumischen. Außenminister Wang Yi stellte Takaichi an den Pranger und verkündete die Kampagne der „drei niemals“: China werde „niemals zulassen, dass japanische Rechtsnationalisten das Rad der Geschichte zurückdrehen“, „niemals zulassen, dass ausländische Kräfte sich in Taiwan einmischen“ und „niemals eine Wiedergeburt japanischer Militarismus zulassen“.

Die Volksrepublik brachte den Streit sogar vor die Vereinten Nationen. Der chinesische UN‑Botschafter Fu Cong schickte ein Schreiben an Generalsekretär António Guterres, in dem er Japan bezichtigte, erstmals militärische Interventionen auf der Taiwan‑Frage anzudrohen und damit internationales Recht zu verletzen. Staatsmedien wie die Volkszeitung („Zhong Sheng“-Kolumnen) warfen Japan eine Anknüpfung an vergangene Aggressionen vor und stilisierten Peking als Opfer.

Wirtschaftliche Bestrafung
Die diplomatische Offensive blieb nicht ohne materielle Folgen. Die chinesische Regierung rief am 14. November dazu auf, Reisen nach Japan zu vermeiden; große Reiseunternehmen stornierten daraufhin Touren und stoppten die Bearbeitung von Touristenvisa. Innerhalb weniger Tage brach bei einem auf chinesische Gruppen spezialisierten Tokioter Reiseveranstalter die Buchungslage um 80 Prozent ein. Tourismus trägt rund sieben Prozent zum japanischen Bruttoinlandsprodukt bei; Besucher aus China und Hongkong machen rund ein Fünftel aller Besucher aus. Nomura schätzt, dass der Boykott Japan jährlich rund 2,2 Billionen Yen (14 Milliarden US‑Dollar) kosten könnte; mehr als zehn chinesische Fluggesellschaften erstatten Hunderttausende Tickets.

Parallel fror Peking die Wiedereinfuhr von japanischen Meeresfrüchten wieder ein, obwohl der vorherige Bann erst wenige Monate zuvor aufgehoben worden war. Offiziell begründete das Außenministerium den Schritt mit „Sicherheitsbedenken“; zugleich betonte Sprecherin Mao Ning, dass Takaichis Äußerungen einen Aufschrei in der chinesischen Bevölkerung ausgelöst hätten und „selbst wenn Meeresprodukte geliefert würden, gäbe es keinen Markt dafür“. Staatliche Stellen stoppten die Zulassung japanischer Filme und Konzerte; Sängerinnen wie Ayumi Hamasaki standen vor leeren Hallen, und ein Auftritt in Shanghai wurde sogar während des Programms abgebrochen.

Militärische Spannungen
Die aufgeheizte Stimmung übertrug sich auch auf das Militär. Am 7. Dezember meldete Tokio, dass Kampfjets vom Typ J‑15 der chinesischen Marine bei zwei Vorfällen ihre Feuerleitradarstrahlen auf japanische F‑15 richteten. Eine solche „Radarausleuchtung“ gilt im Luftkampf als Vorbereitung eines Angriffs und zwingt das Ziel oft zu Ausweichmanövern. Premierministerin Takaichi kritisierte die Aktion als „gefährlichen Akt“ und erstattete Protest; Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi kündigte an, Japan werde „entschlossen und besonnen“ reagieren.

Chinas Marine wies die Vorwürfe zurück. Laut Marinekolonel Wang Xuemeng hätten japanische Maschinen die ordnungsgemäß angekündigten Trägerübungen östlich der Miyako‑Meerenge gestört. Gleichwohl gilt der Vorfall als die ernsteste militärische Konfrontation zwischen beiden Ländern seit Jahren. Australiens Verteidigungsminister Richard Marles, zu Gesprächen in Tokio, zeigte sich „zutiefst besorgt“ und versprach Unterstützung für Japan beim Schutz der regelbasierten Ordnung. Die Eskalation verdeutlicht die strategische Bedeutung der Region: Taiwan liegt nur etwa 110 Kilometer von Japans westlichster Insel Yonaguni entfernt; die japanischen Inseln beherbergen die größte Konzentration amerikanischer Streitkräfte außerhalb der USA.

Vertiefte Beziehungen zu Taiwan
Während Peking Druck ausübt, sucht Tokio den Schulterschluss mit Taipei. Am 22. Dezember traf sich der geschäftsführende LDP‑Generalsekretär Koichi Hagiuda mit Taiwans Präsident Lai Ching‑te. Beide sprachen von den „bisher besten Beziehungen“ und vereinbarten, die Zusammenarbeit – insbesondere bei Halbleitern – auszuweiten. Hagiuda bedankte sich für die Aufhebung taiwanischer Importverbote für japanische Lebensmittel und warb für eine breitere Kooperation. Präsident Lai betonte, dass Japan einen größeren Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Taiwan‑Straße leisten könne und dass Demokratien geeint nicht zu schlagen seien.

Die Begegnung unterstreicht, dass Tokios Politik nicht nur von sicherheitspolitischen Erwägungen, sondern auch von wirtschaftlichen Abhängigkeiten geprägt ist. Taiwan produziert über die Hälfte der weltweiten Halbleiter und rund neunzig Prozent der modernsten Chips; eine Blockade der Insel würde die Lieferketten in der Automobil‑, Verteidigungs‑ und Elektronikindustrie in Europa und Nordamerika binnen Wochen erschüttern. Entsprechend bemüht sich Japan darum, seine Versorgungsketten zu diversifizieren und die Partnerschaften mit Taiwan, Südkorea und den USA zu vertiefen.

Hintergründe und internationale Dimensionen
Japans „Ein‑China‑Politik“ bleibt seit 1972 bewusst ambivalent. In der gemeinsamen Erklärung mit der Volksrepublik erkannte Tokio Peking als einzige legitime Regierung Chinas an und erklärte, es „verstehe und respektiere“ Chinas Auffassung, dass Taiwan zum unveräußerlichen Territorium der VR China gehöre. Es akzeptierte diese Auffassung jedoch nicht ausdrücklich. Japan behält somit Spielraum, mit Taiwan inoffizielle Beziehungen zu pflegen.

Die Insel liegt strategisch auf wichtigen See‑ und Luftwegen, die Japan mit Südostasien, dem Indischen Ozean und darüber hinaus verbinden. Eine Krise im Taiwan‑Straßensystem könnte Japans Energie‑ und Warenströme empfindlich treffen. Zugleich bindet die USA‑Japan‑Sicherheitsallianz Tokio an Washington; die USA erwarten inzwischen nicht nur militärische, sondern auch wirtschaftliche Beiträge zur Abschreckung Chinas. Die Europäische Union sieht sich ebenfalls herausgefordert: In Brüssel warnt man, dass wirtschaftliche Verflechtungen nicht vor Konflikten schützen und dass die eigene Abhängigkeit von Lieferketten rund um Taiwan ein Risiko darstellt. Analysten fordern eine engere Koordinierung mit Japan und anderen indo‑pazifischen Partnern, um sich gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen zu wappnen und Versorgungssicherheit zu schaffen.

Was haben Japan und China vor?
Aus chinesischer Sicht dient der derzeitige Druck als Signal an Tokio und andere Staaten, sich aus der Taiwan‑Frage herauszuhalten. Durch eine Kombination aus scharfer Rhetorik, wirtschaftlicher Bestrafung und gezielten militärischen Provokationen versucht Peking, Japan zu isolieren und Taiwan zu schwächen, ohne einen offenen Konflikt zu riskieren. Dabei nutzt es die Größe des eigenen Marktes und die Abhängigkeit Japans von chinesischen Touristen und Exporten, um politischen Einfluss auszuüben.

Japan wiederum will mit seiner deutlicheren Positionierung zwei Ziele erreichen: Einerseits soll Abschreckung gegenüber China aufgebaut werden, indem Peking signalisiert wird, dass ein Angriff auf Taiwan zwangsläufig auch Japan und die USA involvieren würde. Andererseits versucht Tokio, die internationale Gemeinschaft hinter sich zu versammeln. Die Regierung setzt auf engere Sicherheitskooperation mit Verbündeten wie den Vereinigten Staaten, Australien, Südkorea und europäischen Partnern, investiert in moderne Rüstung und diversifiziert Lieferketten. Trotz des Schlagabtauschs bemüht sich Tokio aber, die Eskalationsspirale zu vermeiden: Offizielle Stellen betonen Gesprächsbereitschaft und die Bedeutung stabiler Beziehungen, während sie gleichzeitig an ihrer Taiwan‑Position festhalten.

Beobachter erwarten, dass sich das Verhältnis der beiden asiatischen Schwergewichte zu einer „kontrollierten Rivalität“ entwickelt. Offizielle Dialogkanäle und wirtschaftlicher Austausch dürften fortbestehen, doch werden wirtschaftliche Zwangsmittel, diplomatische Kampagnen und militärische Zwischenfälle Teil des neuen Normalzustands. Solange die strukturellen Konfliktlinien – die ungeklärte Taiwan‑Frage, die Sicherheitsallianz zwischen Japan und den USA und das Ringen um die regionale Ordnung – bestehen, bleibt das Risiko weiterer Krisen hoch. Eine nachhaltige Entspannung setzt voraus, dass alle Seiten die Vorteile einer regelbasierten Ordnung über kurzfristige Machtpolitik stellen.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...